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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Oaktree wollte Anteile von Beluga übernehmen

30.11.2016

Bremen /Oldenburg Der US-Investor Oaktree war während der Wirtschaftskrise im Jahr 2010 offenbar nicht nur daran interessiert, der angeschlagenen Bremer Beluga-Reederei Kredite in einer Gesamthöhe von etwa 165 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, sondern wollte schon zu einem überraschend frühen Zeitpunkt Geschäftsanteile der Firmengruppe übernehmen.

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Das berichtete am Dienstag ein Düsseldorfer Rechtsanwalt als Zeuge vor dem Bremer Landgericht. Der Jurist hatte damals die Bremer Reederei bei den Verhandlungen mit dem amerikanischen Investor beraten. In dem Prozess muss sich der inzwischen in Oldenburg lebende frühere Beluga-Chef Niels Stolberg wegen Kreditbetrug, Bilanzfälschung, Untreue und Betrug verantworten.

In dem seit Januar dauernden Verfahren ging es am Dienstag erneut um die Umstände, unter denen Oaktree bei Beluga eingestiegen ist. Der Düsseldorfer Beluga-Berater berichtete, dass er sehr überrascht gewesen sei, dass Oaktree bereits in einem sehr frühen Verhandlungsstadium eine Unternehmensbeteiligung angestrebt habe. So sei allein für die Vermittlung der Finanzierung bereits die Überlassung von Geschäftsanteilen an der Beluga-Gruppe erwartet worden. Dies habe er in seinem Berufsleben zuvor noch nicht erlebt, meinte der 50-jährige Anwalt. In dem Bremer Prozess geht es unter anderem um die Frage, ob Oaktree einen eigenen Masterplan zur Übernahme der Beluga-Reederei verfolgt habe. Dies wirft Stolberg dem US-Unternehmen vor. Oaktree dagegen fühlt sich von Stolberg getäuscht und betrogen.

Inzwischen steht fest, dass der Stolberg-Prozess auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden muss. Während das Gericht und die Verteidigung Teile des Mammutverfahrens als ausreichend geklärt ansehen, sieht die Staatsanwaltschaft noch erheblichen Aufklärungsbedarf.

Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055

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