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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Jagdgesetz bis zum Ende umstritten

08.06.2016

Hannover Hans-Heinrich Ehlen (CDU) gibt noch einmal alles. „Die Gesetzgebung ist überflüssig und total praxisfern. An den riesigen Schäden durch die wachsende Gänsepopulation im Land wird sich nichts ändern. Die Intervall-Jagd hilft nicht weiter“, beschwört der Ex-Agrarminister die Abgeordnten im Landtag. Auch FDP-Landwirt Hermann Grupe appelliert an die anderen Parlamentarier: „Intervall-Jagd ist absoluter Quatsch, wenn Gänse Wiesen komplett wegfressen. Das bestätigen auch SPD-Jäger mit Sachverstand.“ Vergebens. SPD und Grüne setzen am Dienstag mit ihrer Mehrheit Änderungen im niedersächsischen Jagdrecht durch.

Damit sollen vor allem Zugvögel in Vogelschutzgebieten besonders geschützt werden. Eine sogenannte Intervall-Jagd teilt die Gebiete in Ruhe- und Jagdzonen auf. Diese Gebiete wechseln in einem festen Rhythmus. Dadurch sollen gerade für Rastvögel sichere Räume entstehen. Damit werde der „Schutz von ziehenden Gänse- und Entenarten“ erhöht, ist die Landesregierung überzeugt.

„Wir führen die Intervall-Jagd nicht als Zwang ein“, versucht Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) beruhigend auf die Kritiker einzuwirken. Durch Intervalljagd würde die Intensität der Jagd sogar gesteigert. Es gehe um „Lenkung“, so Meyer, „auch um eine Minimierung der landwirtschaftlichen Schäden“. Die Reform sei ein „Kompromiss zwischen Jagd, Naturschutz und Landwirtschaft“. Meyer: „Wir schaffen eine kommunale Möglichkeit, Einfluss zu nehmen.“

In der Anhörung des Landtags vor der Abstimmung gab es jedoch heftigen Widerstand. Von 15 Verbänden äußerten sich elf kritisch. Keine Bedenken hatte nur der Beamtenbund.

Grünen-Experte Hans-Joachim Janßen räumt angesichts schwerer Schäden durch Rastvögel durchaus ein, „dass wir zu einer intelligenten Steuerung der Rastpopulation kommen müssen“. Die beschlossene Intervall-Jagd „müssen Landkreise nicht umsetzen, sie können es“, betont Janßen.

Ex-Landwirtschaftsminister Ehlen vermutet, dass der Streit noch weitergehen wird. Es gebe schwere juristische Bedenken wegen der Eingriffe in Eigentumsrechte von Grundbesitzern und Jagdpächtern. Zudem kämen auf die unteren Jagdbehörden „neue und arbeitsintensive Aufgaben zu“. Der CDU-Politiker ist deshalb überzeugt, dass Rot/Grün längst Nachbesserungen plane angesichts der geharnischten Proteste im Land von Bauern und Jägern: „Damit wollen sie sich dann nur weiße Pfoten machen.“

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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