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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Ernährung: Jugendherbergen wollen Veggie-Day für alle

28.02.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-21T12:48:01Z 280 158

Ernährung:
Jugendherbergen wollen Veggie-Day für alle

Osnabrück Deutschlands Jugendherbergen wollen bundesweit pro Woche einen Veggie-Day für alle Gäste einführen. An diesem Tag solle es definitiv keine Alternativ-Gerichte mit Fleisch geben, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerks, Bernd Dohn, am Donnerstag am Rande einer Tagung in Osnabrück. Hintergrund seien Erfahrungen mit einem Nachhaltigkeits-Modellversuch des Landesverbands Unterweser-Ems in den vergangenen drei Jahren.

„Das ist ein sehr innovatives Modell, das soll jetzt in die Landesverbände gehen“, sagte Dohn. Eines der Resultate: Eine Übernachtung im Hotel verursache im Durchschnitt 28 Kilogramm des Klimagases Kohlendioxid, in einer nachhaltigen Jugendherberge seien es nur 13,9 Kilogramm. Die Fleisch-Produktion wird oft kritisiert, einen hohen Anteil schädlicher Treibhausgase zu verursachen, etwa durch den Methan-Ausstoß von vielen Millionen Rindern.

In den 34 Jugendherbergen im Nordwesten Niedersachsens sei in zahlreichen Schritten versucht worden, den Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid zu reduzieren, sagte der Geschäftsführer des DJH-Landesverbandes Unterweser-Ems mit Sitz in Bremen, Thorsten Richter. Ein Tag in der Woche mit ausschließlich vegetarischem Essen sei ein Baustein für dieses Vorhaben gewesen.

Die Reaktionen der Gäste seien von „Bevormundung“ bis „ganz toll“ gegangen, sagte Richter. Die Leiterin der Jugendherberge auf Borkum, Petra Bötcher, berichtete, sie habe einmal eine Auseinandersetzung mit einem Lehrer gehabt, der sich wegen des Veggie-Days von der Jugendherberge „erzogen“ gefühlt habe. „Da fehlten mir dann irgendwann auch die Worte“, sagte sie. Grundsätzlich sei die Akzeptanz der Gäste aber sehr positiv gewesen.

Für die Nordwest-Jugendherbergen seien Konzepte entwickelt worden, wie in allen Bereichen wirksam der CO2-Fußabdruck in der Umwelt verringert werden könne, sagte Richter. Es seien daher mehr Bio-Produkte und mehr regionale Produkte eingeführt worden. Auch bei der Energieversorgung setze das regionale Jugendherbergswerk nun auf Öko und Strom aus erneuerbaren Energien. Damit seien zwar Mehrkosten verbunden. „Alle Mitarbeiter haben aber viel Kreativität aufgeboten, um das zu kompensieren“, sagte Richter. Als gemeinnützige Einrichtungen hätten die Jugendherbergen in dieser Frage seiner Meinung nach auch einen pädagogischen Auftrag, betonte er.

Bei dem Nachhaltigkeitsprojekt wirkte auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit.