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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Kadaver sollen nach Wilhelmshaven kommen

14.01.2016

Wangerooge Knapp eine Woche nach dem Fund der beiden toten Pottwale am Strand von Wangerooge kommen die Pläne zur Bergung der tonnenschweren Kadaver voran. Die Kolosse sollen mit Schleppern von Wangerooge durch die Nordsee nach Wilhelmshaven gebracht werden, wie Bürgermeister Dirk Lindner am Mittwoch sagte. Er schätzte, dass dies in der Nacht zum Samstag passieren könne, das Umweltministerium sprach von Donnerstag oder Freitag.

Das Vorhaben ist nicht billig. Mindestens 80 000 Euro kostet die Aktion, schätzten die Behörden. Die Kadaver wurden inzwischen erfolgreich „entgast“. Ein Experte aus den Niederlanden habe die Kadaver angestochen, damit die Verwesungsgase entweichen konnten, berichtete Lindner. Am Donnerstag treffen weitere Experten auf der Insel ein.

Vor dem Abtransport müssen Rinnen in den Sandstrand gezogen werden, damit die Tiere unterspült werden können. Dafür werden zwei Kettenbagger eingesetzt, die wegen Deicharbeiten bereits auf der Insel sind. Geklärt werden muss, wann die besten Tide-Zeiten sind, damit ausreichend Hochwasser vorhanden ist. Die Kadaver sollen zum JadeWeserPort nach Wilhelmshaven gebracht werden und dort in einem separaten Hafenbereich zerlegt beziehungsweise für die Entsorgung vorbereitet werden.

Wangerooges Bürgermeister Lindner will einen der „Jungs“, wie er sagt, gerne wieder auf die Insel zurückbringen - als Skelett und Touristenattraktion. Auch das hat seinen Preis. Inzwischen schätzt er die Kosten für die Präparierung auf rund 60 000 Euro. Er hofft auf Sponsoren. Es wird vermutet, dass die beiden Wangerooge-Wale in einer größeren Gruppe unterwegs waren.

Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz schloss externe Ursachen für den Tod der Tiere wie etwa schallintensive Öl- und Gasbohrungen aus. Schon seit dem 16. Jahrhundert werde das Phänomen beobachtet, dass Pottwale auf den Zügen in ihre Paarungsgebiete vom Kurs abkämen. Die Mägen der Kadaver sollen aber auf jeden Fall untersucht werden, um mögliche Hinweise auf die Ursache für den Tod der Tiere zu finden.