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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Kernkraftwerk Unterweser bald ohne Herzstück

08.03.2012

KLEINENSIEL Seit gut einem Jahr liefert das Kernkraftwerk Unterweser (Kreis Wesermarsch) keinen Strom mehr ins Netz. Nun haben Techniker damit begonnen, das Herzstück des konventionellen Teils des KKU auszubauen. Der Generator, der die elektrische Energie erzeugte, kommt ins Kernkraftwerk Brokdorf. Er wird dort ein rund 30 Jahre altes Modell ersetzten. „Die Arbeiten haben gerade begonnen“, sagte Betriebsratsmitglied Wilfried Müchler am Mittwoch. Anfang Juni wird der Generator abtransportiert, so die Planung. Der Einbau in Brokdorf soll während der Revision im August erfolgen.

Seit 2007 im KKU

Der Generator war vor mehr als sieben Jahren für 35 Millionen Euro erneuert worden. Aufgrund eines Defektes war die Maschine aber nur ein Jahr im Einsatz und musste vom Hersteller repariert werden. Seit Juli 2007 befindet sich der Generator wieder im KKU. Brokdorf bekäme einen neuwertigen, gerade eingefahrenen Generator, merkte Karl Ramler, technischer Leiter des KKU, dazu an.

Das Maschinenhaus auf dem KKU-Gelände sei zurzeit die größte Baustelle der Anlage, sagte Wilfried Müchler. Auch KKU-Mitarbeiter seien an der Demontage des Generators beteiligt. Zusammen mit rund 20 Siemens-Technikern würde in zwei Schichten gearbeitet. Das KKU-Personal würde auch beim Einbau in Brokdorf mithelfen. Der Abtransport des Generators nach Brokdorf sei aber noch nicht geklärt, merkte der Betriebsrat an. Vor gut fünf Jahren waren der rund 400 Tonnen schwere Generatorständer und der etwa 205 Tonnen schwere Generatorläufer per Schiff angeliefert worden.

Wie es scheint, hat der Ausverkauf des KKU begonnen. Unterweser habe fast alle Großkomponenten neu, merkte Karl Ramler an. Es gibt nach seinen Worten zwar noch keine konkreten Anfragen. Doch auch andere Komponenten des Kraftwerks könnten Stückweise weggegeben werden, sollten sie noch Verwendung finden.

Erfahrungen aus Stade

Der Generator ist zwar die größte Komponente, die in den kommenden Wochen demontiert wird. Die Dampferzeuger seien aber größer, betonte Wilfried Müchler. Deren Abbau sei etwas problematischer. Wenn es so weit ist, müsste darüber entschieden werden, die Dampferzeuger nach Schweden zu transportieren, um sie dort einschmelzen zu lassen, oder sie im KKU zu zerschneiden. „Was den Rückbau betrifft, werden wir stark auf die Erfahrungen in Stade zurückgreifen“, sagte er. Der dortige Rückbau soll 2014 abgeschlossen sein.

  Bis 2002 war der erste Generator im KKU im Einsatz, der nach 177 000 Betriebsstunden ausgewechselt wurde. Seitdem waren viermal Generatoren ausgetauscht worden. Der 2002/2003 eingebaute Ersatz-Generator aus dem Pool der deutschen Kernkraftwerke war 2004 durch einen nagelneuen Generator ersetzt worden. Dieser hatte aufgrund eines Herstellungsfehlers bereits 2005 einen Schaden erlitten und musste repariert werden.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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