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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Kommunen sollen Handel unterstützen

02.06.2014

Oldenburger Land Der zunehmende Online-Handel bedroht die Läden in den Innenstädten. Längst nicht alle Einkaufsstraßen in der Region werden im gleichen Maße unter dem Online-Boom leiden. Internet und Versandhandel machten 2012 sieben Prozent des Gesamtumsatzes von 73 Milliarden des Handels in Deutschland aus. Das wird zunehmen. Aber Experten sehen nicht nur den Handel in den Innenstädten bedroht, sondern auch Gefahren für das Stadtbild.

„Für die Kommunen ist es wichtig, Einzelhandelskonzepte zu entwickeln. Diese Konzepte helfen, die Innenstädte und Ortskerne zu strukturieren“, sagt Carola Havekost, bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer Geschäftsführerin für Handel. Dabei gehe es zum einen darum, welche Waren unbedingt in den Ortszentren angeboten werden sollten und welche außerhalb. Einzelhandelskonzepte seien auch gerade mit Blick auf die Online-Konkurrenz wichtig, so Havekost weiter.

Individuelle Konzepte

Die IHK Oldenburg unterstützt die Kommunen auf vielfältige Weise dabei, solche Konzepte zu erstellen: Informationsveranstaltungen, Beratungen, indem sie an Arbeitskreissitzungen teilnimmt und den ganzen Prozess begleitet. „Diese Einzelhandelskonzepte müssen aber individuell für die Städte und Gemeinden entwickelt werden. Es macht dabei keinen Sinn, ein Konzept der Kommune A auf Kommune B zu übertragen.“

Derzeit arbeitet die IHK unter anderem mit den Städten Oldenburg und Wilhelmshaven sowie der Gemeinde Sande an entsprechenden neuen Konzepten. Alle fünf bis sechs Jahre sollten Einzelhandelskonzepte erneuert werden. „Wichtig ist, dass nach Erstellung eines Einzelhandelskonzepts auch ein entsprechender Beschluss dazu vom Gemeinde- oder Stadtrat erfolgt. Das gibt Rechtssicherheit.“

Bei den Einzelhandelskonzepten dreht sich vieles unter anderem um Warensortimente und Verkaufsflächen. Für die Ortskerne sind laut Havekost Produkte wie Bekleidung, Schuhe, Haushaltswaren, Sportbekleidung, Elektro- Klein- und Großgeräte, Computer, Uhren, Optik, Baby- und Kinderartikel wichtig. „Die Kunden kaufen auf allen Vertriebskanälen ein. Sie informieren sich im Laden und kaufen im Internet oder umgekehrt“, so die IHK-Geschäftsführerin. „Für den stationären Handel ist der Online-Handel eine große Herausforderung, keine Frage. Aber Einzelhandelskonzepte – und längst nicht jede Kommune im Oldenburger Land hat ein solches – sind ein gutes Mittel, im Konkurrenzkampf zu bestehen.“

Einkauf als Erlebnis

Mit Blick auf Einzelhandelskonzepte der Kommunen sagt Havekost: „Im Oldenburger Land besteht dazu noch einiger Nachholbedarf. Um attraktiv für die Laufkundschaft zu werden, sollte das Einkaufen als Erlebnis inszeniert und geschultes Personal eingesetzt werden, das den Kunden berät.“ Das Drumherum müsse in den Läden stimmen. Kleidung anprobieren, Produkte ausprobieren und gleich mitnehmen – das könne man halt im Internet nicht. „Wohlfühlatmosphäre schaffen und Erlebnisse bieten – das ist die Herausforderung im stationären Handel. Denn mit den Läden von gestern kann man Kunden von heute nicht gewinnen.“

Havekost setzt auf den erlebnis-orientierten Handel. Aber nicht nur der Handel sei gefordert. „Auch die Kommunen müssen helfen und ihren Beitrag zur Attraktivität der Innenstädte leisten.“ Ihre Aufgabe sei es, die Attraktivität der Innenstädte, Ortskerne und Stadtteilzentren zu stärken oder zu sichern.

Außerdem sei eine regionale Abstimmung unter den Kommunen wichtig, da die Kunden auch in benachbarten Kommunen einkaufen. „Ein regionales Einzelhandelskonzept fehlt seit Jahren insbesondere für den Oldenburger Raum und das Oldenburger Münsterland. Die Kommunen müssen in dieser Frage bald aufeinander zugehen. Nur so lassen sich Zentrenstrukturen nachhaltig sichern“, meint Havekost.

Norbert Wahn
Redakteur
Politikredaktion
Tel:
0441 9988 2097

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