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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Küstenautobahn: Planer wollen bei A20 Fakten schaffen

25.05.2011

BERLIN „Wir müssen Tempo machen.“ Darin war sich die hochkarätige Runde in der schleswig-holsteinischen Landesvertretung in Berlin aus IHK-Vertretern (Oldenburg, Bremen, Bremerhaven, Schleswig-Holstein und Stade), Unternehmensverbänden und Wirtschaftsförderern sowie Landräten, Bürgermeistern und Abgeordneten aus dem Norden einig. Wer die Küstenautobahn (A20) will, muss jetzt Pflöcke setzen für den 121 Kilometer langen und 1,27 Milliarden Euro teuren Abschnitt allein von Drochtersen an der Elbe bis Westerstede (Ammerland).

Über allen Planungen schwebt das Jahr 2013 – Bundestagswahl. „Und dann?“ fragt ein Bürgermeister aus dem Raum Stade. Viele fürchten, dass mit einem möglichen Wechsel zu Rot/Grün das „Jahrhundertprojekt“ kippen könnte. „Die europäische Magistrale“, wie Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann „das bedeutendste Infrastrukturprojekt“ nennt.

Der CDU-Politiker aus Cuxhaven „würde darauf wetten“, dass der Baubeginn der A20 auch aus diesem Grund spätestens 2013 erfolgt. „Nicht hoch“, wie Ferlemann augenzwinkernd einschränkt, „aber eine Kiste guten spanischen Rotwein schon!“ Der erste Spatenstich soll in zwei Jahren für die Umfahrung von Bremervörde gesetzt werden.

In der Berliner Runde unter dem neuen Logo „Küstenroute A20 – verbindet mehr“ mit eigenem Internetauftritt gibt es gegen Ferlemanns Optimismus keinen Widerspruch. Im Gegenteil. Gerade die Wirtschaft setzt riesige Erwartungen in die „Wohlstandsachse“, wie sie der Verkehrsstaatssekretär bezeichnet.

„Die A20 wird wichtige Impulse bringen“, sagt Joachim Peters, Hauptgeschäftsführer der Oldenburgischen IHK, im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Verkehrsstaatssekretärin von Schleswig-Holstein, Tamara Zieschang, spricht von einer „gigantischen wirtschaftlichen Chance“.

Spezial: Weitere Berichte, Bilder und Videos zur geplanten Küstenautobahn

Die Stolpersteine haben es aber auch in sich, wie Niedersachsens Verkehrsstaatssekretär Oliver Liersch einräumt: „Alles ist auf einem guten Weg, aber längst nicht in trockenen Tüchern.“ Die Planfeststellung befindet sich in höchst unterschiedlichen Stadien, Gleiches gilt für die Finanzierung verschiedener Streckenabschnitte, und technisch fordert die Trasse über Moorgebiete die Ingenieurskunst heraus.

Zumindest der Elb-Tunnel bei Drochtersen ist nach den Worten Ferlemanns („Wir sind schon weit“) gesichert. Möglich sei eine „Privatfinanzierung mit Voll-Maut“. Mehrere Investoren stünden sofort bereit. „Eine Entscheidung fällt im Herbst dieses Jahres“, kündigt Ferlemann an. Und mit Blick auf die Bedenken von Naturschützern ergänzt der Staatssekretär: „Wir werden für den besten Lärmschutz, Naturausgleich und für Wildbrücken sorgen.“

Die Kritiker entlang der Trasse beruhigt’s bislang nicht. Autobahn-Gegner wie Hans-Joachim Andres wiesen bei einer Anhörung letzte Woche in Loxstedt darauf hin, dass insgesamt elf Moore durchschnitten würden. Der Baugrund sei kaum berechenbar und der Aufwand, den Boden tragfähig zu bekommen, gewaltig, hob Andres hervor. Jede Finanzierung stehe deshalb auf sumpfigen Füßen.

Ferlemanns Antwort auf solche Bedenken fällt recht kurz aus: „Die Autobahn kommt.“

Gunars Reichenbachs
Chefkorrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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