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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Soziales: „Region angewiesen auf Arbeitsmigranten“

22.05.2019

Lohne Einen enormen Beratungsbedarf bei Arbeitsmigranten in den Kreisen Cloppenburg und Vechta hat das Caritas-Sozialwerk in Lohne festgestellt. Die Arbeitsmigranten (vorwiegend aus Rumänien und Bulgarien) beklagten intransparente Lohnabrechnungen, hätten Fragen zu Urlaub und Kündigungen, sagten Heribert Mählmann, Vorstand des Caritas-Sozialwerks St. Elisabeth in Lohne, die Juristen Marcella Bohlke und Josef Kleier sowie Sozialarbeiterin Maresa Wolbers und Belal Elsayed, die Arbeitsmigranten beraten.

Seit Februar 2018 berät das Sozialwerk Arbeitsmigranten in den beiden Kreisen des Oldenburger Münsterlandes. Am Dienstag zog das Sozialwerk Bilanz des ersten Beratungsjahrs. „Wir haben im vergangenen Jahr gesehen, dass der Bedarf riesig ist. Viele Beschäftigte sind Analphabeten, sprechen die deutsche Sprache nicht und befürchten Repressalien“, sagte Mählmann. „Sie haben Angst herzukommen, damit sie ihre Arbeit nicht verlieren“, hat der aus Ägypten stammende Belal Elsayed erfahren. Er selbst hat in Ägypten Germanistik und in Vechta Politikwissenschaften studiert (und ist dort als jahrgangsbester ausländischer Student prämiert worden). Zwei Teams gibt es für Vechta und Cloppenburg, die im ersten (Rumpf-)Jahr 140 Klienten hatten mit einem erheblichen Beratungsaufwand, wie Caritas-Vorstand Mählmann schilderte. 42 Prozent der Klienten kommen aus Rumänien, elf Prozent aus Bulgarien, weitere aus dem Irak, aus Afghanistan, Polen und Syrien. Das entspricht nach den Erfahrungen der Caritas auch dem Verhältnis der rund 13 000 Arbeitsmigranten im Oldenburger Münsterland.

Die Arbeitsmigranten stünden vor mehreren Problemen. Die Sprache ist eine Barriere, sie kämen aus Ländern ohne funktionierendes Rechtssystem und sie seien zusätzlich erpressbar, wenn sie ihre Familien nachgeholt hätten, berichteten Mählemann und die beiden Juristen in den Beratungsteams, Marcella Bohlke und Josef Kleier.

Neben der „Herkules-Aufgabe“ der Beratung (oft gibt es keine oder unzureichende Unterlagen) bestehe die Gefahr, dass eine Parallelgesellschaft unter den Migranten entsteht, etwa auf dem früheren Fliegerhorst Ahlhorn, wo Arbeitsmigranten in Werksunterkünften leben oder in Wildeshausen, wo in einer ehemaligen Kaserne 3000 bulgarische Arbeitsmigranten untergebracht sind. In die Beratung kommen Schwangere, denen trotz gesetzlichen Verbots gekündigt wurde, Arbeitsmigranten mit Fragen zur Lohnabrechnung oder gekündigten Arbeitsmigranten. Aufgabe der Berater sei es, Menschen ohne Kenntnis des Rechtssystems vor Übervorteilung zu schützen. Einen respektvollen Umgang mit Arbeitsmigranten fordert Josef Kleier. Er weist darauf hin, dass die Region auf diese angewiesen ist.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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