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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Was kostet der Moorbrand bei Meppen?

26.09.2018

Meppen Mehr als 1600 Helfer sind derzeit auf dem Bundeswehrtestgelände in Meppen damit beschäftigt, den Brand im Moor zu löschen. Fragt man nach den Kosten, erntet man meist Schweigen: Erst soll die Gefahrenlage beendet sein, dann will man übers Geld reden. Dass Kosten entstehen, ist unstrittig - allein die Aufwandsentschädigungen für Hunderte freiwilliger Feuerwehrleute aus ganz Niedersachsen, die von ihren Arbeitgebern freigestellt werden, dürften in die Hunderttausende gehen. Und die Umweltschäden zahlt die Allgemeinheit, ohne dass irgendjemand eine Rechnung stellt.

Weiß man, wie hoch der Schaden ist?

Nein, das kann erst nach Ende des Brandes festgestellt werden. Aber auch mit Schadensschätzungen sind alle Behörden sehr zurückhaltend. Eine am Montag an das Bundesverteidigungsministerium gerichtete Frage war am Dienstag noch unbeantwortet. Auch vom Landkreis Emsland heißt es sinngemäß: Erst wird der Brand gelöscht, und danach schauen wir nach den Kosten.

Was für Kosten können entstehen?

Die Bundeswehr hat in der vergangenen Woche ein Amtshilfeersuchen an das niedersächsische Innenministerium gerichtet, dass bei dem Moorbrand auf dem Testgelände auch benachbarte Feuerwehren helfen sollen. Daraufhin entsandten Nachbarkreise - wie etwa die Grafschaft Bentheim und der Landkreis Osnabrück - Feuerwehrkräfte nach Meppen. Diese werden im Anschluss ihre Kosten der Bundeswehr in Rechnung stellen.

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Der Kreis Grafschaft Bentheim beispielsweise schickte 140 Wehrleute in den Nachbarkreis. Die freiwilligen Feuerwehrleute müssen von ihren Arbeitgebern freigestellt werden; diese bekommen die Kosten von den Trägern der Kreisfeuerwehren - den Landkreisen - erstattet. „Das dürfte allein für drei Tage für unsere 140 Leute Kosten von 50 000 Euro ausmachen“, sagt Thomas Heinrich, Leiter der Abteilung Ordnung beim Landkreis Grafschaft Bentheim. Allein am Dienstag waren auf dem Bundeswehrgelände 695 zivile Feuerwehrleute im Einsatz.

Auch Sachkosten dürften anfallen: Der Landkreis habe bereits für 22 000 Euro Schläuche nachbestellt, sagt Heinrich. Um die Brandflächen mit Wasser besprühen zu können, mussten die Wehrleute Löcher in die Schläuche stechen. Das Material muss nun erneuert werden. Aber auch der Einsatz von Fahrzeugen, Pumpen und anderer Ausrüstung kostet Geld. Weitere Kosten entstehen zum Beispiel durch Luftmessungen. Hier hatte das Land einen Messwagen aus Nordrhein-Westfalen angefordert.

Und die Umweltschäden?

Der Umwelt entsteht ebenfalls Schaden. Experten schätzen, dass bei dem Brand zwischen einer und anderthalb Millionen Tonnen des Klimagases CO2 freigesetzt werden. Einem Berechnungsmodell des Umweltbundesamtes zufolge liegen die Umweltschadenskosten zwischen 80 und 120 Millionen Euro, wie Moorexpertin Franziska Tanneberger vom Greifswald Moorzentrum der dortigen Universität sagt. Dieser Betrag werde aber weder der Bundeswehr noch dem Hubschrauberhersteller Airbus in Rechnung gestellt: „Dafür kommt die Allgemeinheit auf.“

Wer zahlt am Ende?

Die Rechnung zahlt der Steuerzahler. Die Bundeswehr habe die Zusicherung gegeben, für den Schaden aufzukommen, hatte bereits am Freitag ein Vertreter des niedersächsischen Innenministeriums vor der Presse in Meppen gesagt. Aber auch das Land werde den Landkreis Emsland bei den Kosten nicht im Regen stehen lassen.

Und sonst?

Der CDU-Landesvorsitzende Bernd Althusmann hat vorgeschlagen, die Helfer beim Löscheinsatz wegen des Moorbrandes mit einer Verdienstmedaille auszuzeichnen. „Wir erleben im Emsland ein großartiges bürgerschaftliches Engagement, das die Menschen im ganzen Land zusammenschweißt“, sagte der niedersächsische Wirtschaftsminister am Dienstag nach einer Sitzung der CDU-Landtagsfraktion. Die Stiftung einer Moorbrand-Medaille solle ein deutliches Zeichen des Dankes für die Einsatzkräfte der Feuerwehr, des THW, der Polizei, der Bundeswehr und der Verwaltung sowie ehrenamtlichen Entscheidungsträger sein. Daher werde er sich in der Landesregierung für dieses Projekt einsetzen.

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