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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Landwirtschaft: Minister beklagt Gewalt gegen Tierärzte

06.02.2017

Hannover Die Aggressivität gegenüber Mitarbeitern staatlicher Behörden nimmt zu – dies gilt auch für die Kontrollen von Landwirten. Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) zeigt sich entsetzt: „Es ist völlig inakzeptabel, Vertreterinnen und Vertreter staatlicher Stellen, die ihrer Aufgabe nachkommen, einzuschüchtern, sie zu bedrohen oder Gewalt gegen sie auszuüben.“ Am Mittwoch hatte ein Bauer in Osterbruch (Landkreis Cuxhaven) auf einen Amtstierarzt geschossen, der ihm in Polizeibegleitung die Tiere wegen unsachgemäßer Haltung entziehen wollte. Der 65 Jahre alte Veterinär erlitt schwere Verletzungen. Sein Zustand ist laut Polizei stabil, aber noch kritisch. Der 55-jährige Landwirt sitzt in Untersuchungshaft.

Agrarminister Meyer kennt das Opfer sehr gut. „Ich hatte öfter Kontakt zu ihm“, sagte Meyer dieser Zeitung. Das letzte Gespräch lag erst kurze Zeit zurück. Besonders tragisch empfindet Meyer, dass der Mediziner in drei Monaten pensioniert werden sollte und er jetzt so kurz vor dem Ruhestand schwer verletzt wurde. „Der Fall nimmt mich persönlich mit“, gesteht Christian Meyer: „Einfach unfassbar“.

Nach Angaben des niedersächsischen Agrarministeriums verzeichnen mehrere Bundesländer verstärkt Drohungen gegenüber Mitarbeitern staatlicher Behörden. Minister Meyer unterstütze in diesem Punkt die Forderungen des Niedersächsischen Landkreistages (NLT), hieß es. Dessen Präsident Klaus Wiswe beobachtet ein zunehmend aggressives Klima gegenüber Behördenmitarbeitern. „Wir appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, stärker zu trennen zwischen den behördlichen Entscheidungen und den konkreten Personen, die sie umzusetzen haben“, sagte Wiswe. „Wir brauchen mehr gesellschaftlichen Respekt und Akzeptanz für diejenigen, die entsprechend unseren rechtsstaatlichen Grundsätzen Entscheidungen vor Ort vollziehen.“

Norbert Heising, Geschäftsführer des Veterinäramtes Jade-Weser, kennt die aggressive Stimmung. „Es kommt auch bei uns immer wieder zu Zwischenfällen mit Landwirten bei Tierverbot: Nächtlicher Telefonterror, gelöste Radmuttern; auch mit dem Hammer wurde schon geworfen. Geschossen wurde hier aber noch nicht“, sagte der Chef der Behörde, die für mehrere Landkreise an der Küste zuständig ist.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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