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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Ministerin ordnet Uni-Landschaft neu

03.03.2015

Hannover Nach dem spektakulären Aus ist vor dem Neustart: „Die Struktur ist zwar gescheitert, nicht aber die Idee“, setzt Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) große Hoffnungen auf eine neue Form der Zusammenarbeit der Hochschulstandorte Hannover und Braunschweig. Ein Masterplan unter der Ägide des Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, Matthias Kleiner, soll wieder Leben in diese Wissenschaftsregion bringen. Nur die TU Clausthal macht nicht mehr mit. Die Hochschule im Harz will ihr eigenes Zukunftskonzept erarbeiten.

Das Ende kam für Außenstehende überraschend, für Skeptiker keineswegs: Im vergangenen Herbst beendete Heinen-Kljajic die Niedersächsische Technische Hochschule (NTH). Was Kritiker befürchteten, hatte sich bewahrheitet: Von dem Wissenschafts-Trio Hannover, Braunschweig und Clausthal gingen seit Gründung der NTH wenig Impulse aus. Eine Kopfgeburt, attestierten Beobachter dem Konstrukt.

Mit dem nun angepeilten Masterplan sollen „wissenschaftliche Stärken der Region gebündelt und Möglichkeiten der Zusammenarbeit – nicht nur in den MINT-Fächern – ausgeschöpft werden“, heißt die Zielvorgabe von Heinen-Kljajic für den Moderator des Prozesses, Kleiner. Der Professor im Fach Umformtechnik kennt sich bestens aus im Wissenschaftsbetrieb. Kleiner gehörte in den vergangenen Jahren nicht nur der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsens an, sondern war auch fünf Jahre Präsident der deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), bevor ihn die Leibniz-Gemeinschaft an die Spitze berief. Die neue Moderatoren-Aufgabe nennt Kleiner „spannend und lohnenswert“. Der Masterplan soll konkrete inhaltliche und organisatorische Schritte zum Ausbau der Kooperation definieren und einen Fahrplan zur Umsetzung festlegen. Ziel ist es, die bereits bestehenden Forschungskooperationen zu den Themen Lebenswissenschaften und Mobilität, ein Schwerpunkt gerade in der Region Braunschweig, weiterzuentwickeln.

Eine Zusammenarbeit, die nicht nur den Wissenschaftsbereich einschließt, sondern ausdrücklich auch die Lehre. „Dafür werden wir in den nächsten Monaten ein gemeinsames Fundament legen“, versichert Kleiner.

Jörg Hillmer, CDU-Fraktionsvize, lehnt die neuen Uni-Pläne ab. „Die technischen Universitäten benötigen weder mehr Aufsicht noch Hilfe bei einer aufgezwungenen Strukturreform. Ministerin Heinen-Kljajic soll ihnen lieber die fünf Millionen Euro Forschungsförderung zurückgeben, die sie gestrichen hat – und sie sollte dabei die TU Clausthal nicht vergessen“, fordert Hillmer.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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