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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Förderung In Ostfriesland: Mit Stipendien gegen den Ärztemangel

12.10.2014

Leer /Borkum Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Wer sich als Landarzt zu einem dreijährigen Job in Ostfriesland verpflichtet, kann zuvor mit Glück ein Stipendium für das Medizinstudium ergattern. Zum fünften Mal fördert der Landkreis Leer jetzt bis zu fünf Studenten. Das Rezept soll als Mittel gegen den drohenden Ärztemangel in der Zukunft wirken helfen und medizinischen Nachwuchs anlocken. Erstmals hat dabei ein angehender Mediziner speziell für Borkum einen Dreijahresvertrag abgeschlossen.

Der Oldenburger Student Lars Christians verpflichtete sich für diese Zeit, der Insel nach Studium und Facharztausbildung als Arzt zur Verfügung zu stehen. „Das passt total gut für mich, denn ich kenne Borkum gut“, sagte Christians, der dort auch aufgewachsen ist.

Das Stipendienprogramm in Ostfriesland hat direkt mit den Sorgen zu tun, die sich aus dem demografischen Wandel ableiten: Nach Prognosen der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen und einer Umfrage des Landkreises unter Vertragsärzten zeichnet sich vom Jahr 2020 ein Ärztemangel ab. „Als Folge droht eine Unterversorgung bei Haus- und Augenärzten, Chirurgen, Frauen-, Haut- und Nervenärzten sowie weiteren Fachbereichen“, sagte Heike de Vries, Leiterin des Gesundheitsamtes in Leer.

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Diese Probleme gibt es auch in vielen anderen ländlichen Regionen Niedersachsens und im Bundesgebiet. Vom Harz bis zur Oberpfalz wird der Landarzt zur bedrohten Spezies. Ohne Nachwuchs wird sich mit der massenhaften Schließung von Arztpraxen auch die Gesundheitsversorgung massiv verschlechtern.

Nach ähnlichen Aktionen in anderen Bundesländern hofft der Landkreis Leer auf Langzeiterfolge: Derzeit werden 22 Studenten der Humanmedizin im Bundesgebiet mit Stipendien gefördert. Wenn es mit den anderen Studenten ähnlich wie bei Lars Christians läuft, könnte das Konzept aufgehen: „Am liebsten würde ich auf Borkum noch länger als die vereinbarten drei Jahre arbeiten und für immer dort bleiben“, sagte der Medizinstudent.

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