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NWZonline.de Region

Mord-Fälle in Oldenburg fast verfünffacht

18.02.2016

Oldenburg Dramatischer Anstieg der Mord-Verdachtsfälle im Bereich der Polizeidirektion Oldenburg: Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verfünffacht. Laut Kriminalstatistik gab es 2015 66 Fälle, 2014 waren es noch 15. Der Anstieg hängt mit den Ermittlungen gegen den ehemaligen Krankenpfleger Niels Högel zusammen, hieß es bei der Vorstellung der Zahlen am Mittwoch in Oldenburg. 55 der 66 Fälle aus der aktuellen Statistik werden allein dem 39-Jährigen angelastet.

Högel steht in Verdacht, in Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg sowie im Rettungsdienst im Kreis Oldenburg zwischen 1999 und 2005 bis zu 200 Patienten getötet zu haben. Wegen sechs Taten stand er bereits vor Gericht; er verbüßt derzeit eine lebenslange Haftstrafe.

Die 55 Fälle, die jetzt in der Statistik auftauchen, haben nichts mit den laufenden Exhumierungen auf Friedhöfen in der Region zu tun. Zuletzt hatte die Soko Kardio bekannt gegeben, dass bislang 63 Leichen untersucht wurden. Bei 21 konnte der Wirkstoff Ajmalin nachgewiesen werden, mit dem Högel gemordet haben soll. Weil diese Mordermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, spielen sie in der aktuellen Statistik noch keine Rolle.

Lesen Sie auch die Chronik zum Fall Högel

In den jetzt genannten 55 Fällen wurden die Ermittlungen 2015 abgeschlossen. Es handelt sich dabei überwiegend um ehemalige Patienten, die nach ihrem Tod eingeäschert wurden und bei denen der Nachweis von Ajmalin also nicht mehr möglich ist. Aufgrund von anderen Hinweisen gilt Högel aber auch in diesen Fällen als tatverdächtig. Die Mordakten liegen jetzt bei der Staatsanwaltschaft; dass es in diesen 55 Fällen zur Anklage kommen wird, ist nach NWZ -Informationen unwahrscheinlich.

Unabhängig davon wird es vermutlich noch in diesem Jahr einen weiteren Prozess gegen Högel geben – aufgrund der Ajmalin-Funde bei exhumierten Leichen.

Insgesamt hat die Zahl der Straftaten im Bereich der Polizeidirektion ein Rekordtief erreicht. 105 456 registrierte Fällen (2014: 106 948) seien der niedrigste Stand seit 15 Jahren, sagte Polizeipräsident Johann Kühme. Die Aufklärungsquote liege mit knapp 60 Prozent auf konstant gutem Niveau. „Die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, ist erfreulich gering.“ Bei dem Rückgang handele es sich nicht nur um einen kurzfristigen Trend, sondern um eine langfristige Entwicklung.

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