• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Neue Korruptionsvorwürfe gegen EWE

18.02.2017

Oldenburg Neben der Spendenaffäre des Vorstandschefs muss sich die EWE jetzt auch noch mit Korruptionsvorwürfen befassen. Laut einem Bericht des „Handelsblatts“ (Freitag) prüft die Konzernrevision den Verdacht, dass Mitarbeiter der Unternehmenstochter EWE Netz für Aufträge an fremde Unternehmen Gegenleistungen von diesen forderten.

Die Zeitung schreibt unter Berufung auf interne Unterlagen, Mitarbeiter hätten Bargeldzahlungen eingefordert und erhalten. Eine Zeugin habe außerdem von regelmäßigen Essenseinladungen und Thailand-Urlauben berichtet. Ein anderer Mitarbeiter habe sich seine Hochzeit bezahlen lassen, heißt es in der Zeitung weiter. EWE bestätigte in einer Stellungnahme, dass es „Hinweise auf angebliche weitere Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit anderen Partnerunternehmen von EWE Netz“ gegeben habe. Die Konzernrevision prüfe dies – inzwischen auch mit Hilfe von außen.

„Wie lange die Auswertung insgesamt in Anspruch nehmen wird, ist noch offen“, hieß es in der Stellungnahme. Zum Inhalt der neuen Vorwürfe äußerte EWE sich nicht. Ein EWE-Sprecher betonte aber, dass nicht gegen Manager oder überhaupt gegen konkrete Personen ermittelt werde.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Auch die Staatsanwaltschaft Oldenburg will nach Bekanntwerden der neuen Korruptionsvorwürfe ermitteln. Die Behörde werde Anfang nächster Woche wegen des Anfangsverdachts der Korruption ein Verfahren gegen Unbekannt einleiten, sagte eine Sprecherin am Freitag. Anschließend werde das Verfahren an die Staatsanwaltschaft Osnabrück weitergegeben, die als Zentralstelle für solche Fälle zuständig sei.

EWE-Chef Matthias Brückmann war vergangene Woche über eine Spende über 253.000 Euro an eine Stiftung der Boxbrüder Vitali und Wladimir Klitschko gestolpert. Er soll dabei Unternehmensregeln missachtet haben. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen Brückmann und seinen Vorstandskollegen Michael Heidkamp wegen des Verdachts der Untreue. Brückmann soll die Spende eigenmächtig angewiesen haben, Heidkamp soll die dafür notwendige zweite Unterschrift geleistet haben.

Der Aufsichtsrat entscheidet am kommenden Mittwoch über die Abberufung Brückmanns. Bis dahin lässt dieser sein Amt ruhen. Heidkamp hat das Präsidium des Aufsichtsrat hingegen das Vertrauen ausgesprochen.

Im „Handelsblatt“ wird nun der Verdacht geäußert, dass Brückmanns plötzlicher Abgang nicht mit seinen eigenen Fehlern zusammenhänge, sondern damit, dass er die Korruptionsvorwürfe im Konzern aufklären wollte.

Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.