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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Neue Unruhe um Wilhelmshavener Klinik

11.10.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-21T18:01:08Z 280 158

Kommunalpolitik:
Neue Unruhe um Wilhelmshavener Klinik

Wilhelmshaven/Freiburg Die Turbulenzen um das städtische Reinhard-Nieter-Krankenhaus in Wilhelmshaven nehmen kein Ende. Während die Klinik sich noch in Rechtsstreitigkeiten mit dem ehemaligen Geschäftsführer Jörg Brost befindet und die derzeitige Chefin Andrea Aulkemeyer möglichst bald nach Hannover wechseln möchte, ist jetzt der künftige Geschäftsführer Reinhold Keil ins kommunalpolitische Gerede gekommen.

Dabei geht es unter anderem um die Hintergründe der fristlosen Kündigung, mit der sich im Januar die Universitätsklinik Freiburg von ihm trennte. Nach Medienberichten kam es zwischen dem 54-jährigen Klinikmanager und dem Aufsichtsrat zum Zerwürfnis um die private Nutzung eines Dienstwagens. So soll er sich per Chauffeur zum Fußballstadion des SC Freiburg haben fahren lassen.

Nachdem zunächst in der Wilhelmshavener Kommunalpolitik verbreitet wurde, Keil sei erfolgreich juristisch gegen den Rauswurf vorgegangen, wurde am Freitag bekannt, dass diese Darstellung nicht zutreffend ist. Ein Sprecher des Landgerichts Freiburg erklärte, dass es lediglich in einem „Urkundenverfahren" ein Urteil unter Vorbehalt gegeben habe, in der Hauptsache aber noch keine Entscheidung gefallen sei.

Dazu meinte Keil gegenüber dieser Zeitung, dass das Hauptverfahren nicht mehr wichtig sei, weil er nicht mehr an einer Wiedereinstellung in Freiburg interessiert sei. Schließlich habe er sich für Wilhelmshaven entschieden und werde dort am 15. Oktober seine Arbeit aufnehmen.

Dort wird er mit gemischten Gefühlen erwartet. Während die aus CDU und SPD bestehende politische Mehrheitsgruppe ihn als Hoffnungsträger sieht, der die angestrebte Fusion mit dem katholischen St.-Willehad-Hospital und den Neubau eines städtischen Klinikums organisieren soll, sind die Erwartungen innerhalb des Krankenhauses eher von Skepsis geprägt.

Der gelernte Elektriker Keil, der sich durch Telekollegs und Fernstudium weiterbildete, gilt in der Branche als „harter Hund“. Begriffe wie „Krankenhaus-Rambo“ und „Gutsherrengehabe“ werden sowohl in Freiburg als auch in Essen genannt, wo er vorher tätig war und das dortige Klinikum mit „eisernem Besen“ geführt habe.

Die Wilhelmshavener Chefärzte hatten sich in einem Brief an die verantwortlichen Politiker dafür ausgesprochen, den Geschäftsführer des Nachbarkrankenhauses Sanderbusch zusätzlich mit der Leitung des Reinhard-Nieter-Krankenhauses zu beauftragen. Die Antwort aus der Politik: Den Chefärzten wurde mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht.

Und außerdem ist da noch der Staatsanwalt. Der ermittelt, ob es sich bei der vorzeitigen Ruhestandsregelung für den Ex-Geschäftsführer Brost um einen Fall schwerer Untreue handelt. Unter Verdacht stehen neben Brost Wilhelmshavens Ex-Oberbürgermeister Eberhard Menzel und andere.