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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Ausbildung: Nicht nur rührend zum Erfolg

26.02.2013

Stapelfeld Mit kräftigen Handbewegungen rührt Lena Neumann eine cremige weiße Soße in einem silberfarbenen Topf, der vor ihr von der Hüfte bis fast zur Brust reicht. Ein leicht metallisches Klirren und Schaben. Plötzlich ein kräftiges Blubbern. „Soll ich die Temperatur runterstellen? Es kocht sehr stark“, ruft Lena Neumann ihrer Kollegin zu.

Eigentlich schwingt sie den Schneebesen nur für ein Foto – dennoch hat sie die vor ihr kochende Kräutersoße genau im Blick. Als angehende Hauswirtschafterin ist das auch sehr wichtig. Zu ihrer Aufgabe und Ausbildung gehört nicht nur das Kochen. Organisieren, Anrichten, den Überblick behalten – das ist wichtig bei der Arbeit in solch einer großen Küche wie an der Katholischen Akademie Stapelfeld im Landkreis Cloppenburg.

Lena Neumann sammelt seit einigen Jahren Erfahrungen darin: Sie ist inzwischen im dritten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Hauswirtschafterin. Was die 19-Jährige bis jetzt gelernt hat, kann sie bald in einem Wettbewerb zeigen. Sie wird vom 8. bis 10. März am Bundesleistungswettbewerb für Auszubildende der Hauswirtschaft in Göppingen (Baden-Württemberg) antreten. Sie wird sich gegen 20 weitere Kandidaten behaupten müssen.

Späte Nervosität

„Ein bisschen bin ich schon nervös“, sagt Lena Neumann, „doch ich kenn mich – wenn der Wettbewerb kurz bevorsteht, ist es ganz vorbei mit mir.“ Sie hebt beide Hände ein kleines Stück vor sich in die Höhe und wirft sie weit von sich weg. „Da ich mich ja gut kenne, kann ich mich vorher gut darauf einstellen“, sagt Lena Neumann. Ruhig sitzt sie auf ihrem Stuhl, das linke Bein über das andere geschlagen, den Blick beim Sprechen auf ihr Gegenüber gerichtet. Die Wettkämpfe seien in ihrer Ausbildung ein guter Aspekt.

Bei dem Gebietsentscheid setzte sie sich schließlich durch, beim Landesentscheid vergangenen Herbst in Stade belegte sie den zweiten Platz und qualifizierte sich dadurch für den Bundesentscheid. „Das Schöne an den Wettbewerben ist, dass ich auch andere Leute aus dem hauswirtschaftlichen Bereich kennenlernen kann“, freut sich Lena Neumann auf die bevorstehenden Tage in Göppingen.

Dass sie dafür recht weit reisen muss, macht der Edewechterin nicht viel aus: „Ich bin schon fast überall gewesen.“ In Nachbarstaaten, im südlichen Europa und natürlich in ihrem Heimatland war sie unterwegs.

Was Lena Neumann noch nicht weiß: Welche Aufgaben genau bei dem Wettbewerb auf sie zukommen werden. Es wird theoretisches Wissen aus dem Fachbereich sowie Allgemeinwissen abgefragt. Dazu kommt ein simuliertes Geschäftsgespräch, in dem sich die 19-Jährige beweisen muss.

Die größte Herausforderung in Göppingen wird jedoch der Praxisteil sein. In Vierer-Teams müssen Lena Neumann und die anderen Kandidaten Speisen für einen bestimmten Anlass zubereiten. Um was es sich dabei handelt – das wissen die Teilnehmer noch nicht. Eine besondere Schwierigkeit der Praxisaufgabe: Die Arbeit im Team trotz Konkurrenz. „Normalerweise hat jeder bei den anderen Wettbewerben für sich allein gekämpft. Nun muss ich aufpassen, dass ich keinen Tunnelblick bekomme“, sagt Lena Neumann.

Nur Erfahrung hilft

Das Lernen für den Wettbewerb auf Bundesebene ist gleichzeitig eine gute Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfung. „Mit einer Dozentin der Akademie will ich mich außerdem auf das Geschäftsgespräch vorbereiten.“ Für die Praxisprüfung bei dem Wettbewerb hilft ihr dann nur noch die Erfahrung aus dem Alltag in der Küche der Akademie.

Im Ausbildungsalltag ist es vor allem die Abwechslung, die ihr besonders gut gefällt – und die ihr wohl Chancen beim Entscheid einräumen könnte. „Es gibt verschiedene Aufgabenbereiche: Eine muss sich um das Salatbüfett kümmern, eine kocht, eine andere kümmert sich um Organisatorisches.“ Einmal die Woche fährt sie zur Berufsschule nach Cloppenburg.

Die Aufgaben wechseln regelmäßig, so dass an manchen Tagen Lena Neumann den Schneebesen schwingen darf und an anderen Tagen dafür sorgt, dass die Tische ordentlich gedeckt sind. „Außerdem darf man sich nicht zu fein sein – das Saubermachen gehört nämlich auch zum Beruf dazu“, sagt Lena Neumann.

Alltag im Kittel

In der Küche wird das Mittagessen vorbereitet. Lena Neumann ist von ihrer Jeans und dem dunkelblauen Blazer in den weißen Arbeitskittel mit kurzen, gelb umrandeten Ärmeln geschlüpft. Ihren langen schwarzen Pferdeschwanz lässt sie unter einer dünnen weißen Netzhaube verschwinden. Die älteren Kolleginnen begrüßen sie freundlich.

Die Zusammenarbeit mit der 19-Jährigen sei sehr gut, meinen die Kolleginnen. Ihre Ausbildungsbeauftragte, Conny Tönnies, bestätigt diesen Eindruck. „Sie ist sehr offen, arbeitswillig, und es mangelt ihr nicht an Ehrgeiz“, so die hauswirtschaftliche Betriebsleiterin. Ob ihre Auszubildende gute Chancen bei dem Bundesentscheid haben wird, kann sie nicht absehen. „Der Platz spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass sie es so weit geschafft hat.“

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Für ihre Zukunft hat Lena Neumann genaue Vorstellungen: Sie will nach der Ausbildung nach Osnabrück. Dort will sie sich innerhalb von zwei Jahren zur Betriebsleiterin in der Hauswirtschaft weiterbilden. Leiterin in einem Betrieb sein – das sei nämlich genau das, was sie später machen möchte.

Auf die Frage jedoch, was sie bei einem Sieg macht, hat die 19-Jährige bislang weniger konkrete Vorstellungen. „Ich denke, ich müsste schon aufpassen, dass ich nicht abhebe“, sagt sie laut lachend. Dann schaut sie mit ernstem Blick nach vorn. „Es kann nicht jeder gewinnen“, sagt die 19-Jährige, „aber es wäre schon super.“

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