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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Beruf: Noch 100-Kilo-Säcke geschleppt

31.05.2011

GROßENMEER Der Händedruck von Gerriet von Thülen ist fest und warm. Seine Hände sind groß – und das ist auch kein Wunder, denn in der 45-jährigen Berufszeit – genau genommen sind es 45 Jahre und fünf Monate – haben sie eine Menge bewegt.

„Gerriet hat noch die 100-Kilo-Säcke geschleppt. Die gibt es heute gar nicht mehr. Wir arbeiten heute fast nur noch mit loser Ware und wenn doch, dann mit 25-Kilo-Säcken“, sagt Karl-Ernst Ripken, Senior-Chef des gleichnamigen Agrarhandels in Großenmeer. Der 84-Järhige kann sich noch gut an von Thülens ersten Arbeitstag erinnern. „Eigentlich sollte er am 2. Januar 1966 anfangen. Aber der 2. war ein Montag – und am Montag fangen wir aus Aberglauben nicht an, das bringt Unglück. Deshalb haben wir ihm mitgeteilt, er solle seine Arbeitsstelle lieber einen Tag später antreten“, sagt Ripken.

Gerriet von Thülen wurde bei Ripken – der Betrieb hat mittlerweile 16 Mitarbeiter und wurde im Jahre 1919 gegründet – als Fahrer eingesetzt. „Mein erster Wagen war ein Hanomag, ein 3,5-Tonner, und ich habe damit Futtermittel, Kohle und Koks transportiert und ausgeliefert“, sagt der 65-Jährige. Auch Heizöl und Diesel habe er damals noch gefahren.

An eine Fahrt kann sich von Thülen noch besonders gut erinnern. Ein Kunde aus Neuenfelde hatte eine Palette Eier bestellt und von Thülen hatte diese sicher im Fußbereich des Beifahrerplatzes verstaut. Es war bitterkalt und entsprechend habe er die Heizung auf Volllast gestellt. Erst nach etlichen Kilometern konnte von Thülen die Eier schließlich abliefern – und der Kunde rief einen Tag später an und meinte: „Ich hatte rohe Eier und keine gekochten bestellt.“

Bernd Ripken, der 51-Jährige führt aktuell die Geschäfte des Agrarhandels, hat einmal hochgerechnet, wie viele Kilometer von Thülen für den Betrieb wohl zurückgelegt hat. „Es müssen an die 1,5 Millionen sein – und Gerriet war die ganze Zeit unfallfrei unterwegs, das ist schon eine Leistung.“

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Mit dem genannten Hanomag ist von Thülen schon lange nicht mehr auf Tour. Zuletzt waren es die 18- oder 36-Tonnen-Züge, mit denen die Landwirte beliefert werden.

„Die Landwirtschaft in der Wesermarsch hat sich enorm entwickelt. Früher gab es unheimlich viele kleine Höfe. Allein an der Mentzhauser Straße waren es bestimmt rund 30 Landwirte. Jetzt kann man die Betriebe an einer Hand abzählen“ , so von Thülen. Heute startet er zu seiner letzten Versorgungsfahrt, doch sein Senior-Chef macht sich keine Sorgen um von Thülens Zukunft. „Gerriet kennt in der Wesermarsch wohl jeden. Er würde einen guten Fremdenführer abgeben.“

Hans-Carl Bokelmann Jade/Ovelgönne / Redaktion Brake
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