• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Objekt der Begierde

22.01.2011

Wer hat’s erfunden? Die Deutschen! Ziemlich sicher müssen sie als Erfinder des Automobils gelten, auch wenn es in anderen Nationen ebenfalls allerlei technische Hervorbringungen gab, die nun gerne als Basis des automobilen Zeitalters reklamiert werden.

Dabei herrschte selbst hierzulande über die volle Tragweite der Bemühungen von Carl Benz und Gottlieb Daimler keine Einigkeit. Ein gewisser Wilhelm II., der Deutsche Kaiser, sah das Auto nur als flüchtige Erscheinung. „Ich glaube an das Pferd.“ Und der allwissende Große Brockhaus von 1896 verkündete, die Erfindung werde „für die Entwicklung des Verkehrsgeschehens wohl ohne größere Bedeutung bleiben.“ So kann man sich täuschen.

Heutzutage ist das Auto für die einen ein beinahe kultisch verehrtes Objekt der Begierde, geradezu Lebensinhalt. Für andere ist es schlichter Gebrauchsgegenstand, der einem im Alltag hilft. Wieder andere hassen es, weil seine Schadstoffe die Umwelt verpesten. Sie alle mögen recht haben, ein bisschen zumindest.

Die technische Entwicklung verschlägt einem den Atem. Mittlerweile sind die Dinger derart opulent ausgestattet, dass man sich wundert, warum sie die Kinder noch nicht alleine zur Schule bringen. In punkto technische Ausstattung kann man aber auch übertreiben. Viele Männer sind etwa der Ansicht, dass die Frau in ihrem Navi verdammt viel quasselt. Andere wiederum brauchen schon klare Ansagen, wenn sie Brötchen holen oder einparken. Nun ja.

Die Art der Mobilität hat sich dramatisch verändert. Vor nicht allzu langer Zeit fuhr man ja gerne dorthin, wo es etwas Schönes zu sehen gab. Heute fährt man dorthin, wo es einen Parkplatz gibt. Vielleicht gibt es nur deshalb Autos, damit man es bequem hat, wenn man im Stau steht.

Aber natürlich hat das Auto nach wie vor erhebliche Vorteile: Man kommt damit viel schneller zur Arbeit, kann länger arbeiten und kann sich, der Kabarettist Werner Schneyder hat auf den Zusammenhang hingewiesen, vom Lohn der Arbeit ein Auto kaufen.

Umweltprobleme und Massenmotorisierung scheinen das Auto mitunter zu einer Art Dinosaurier in der Endzeit zu machen: Der Raum zum Leben wird immer kleiner, aber trotzdem kämpft er noch ums Überleben. Das Auto indes wird kaum aussterben, denn es wird sich den Umweltbedingungen geschickt anpassen. Anpassen müssen.

Hermann Lamberty Leitung Newsroom / Politikredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2092
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.