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NWZonline.de Region

Offenbar vier weitere Opfer von Niels Högel identifiziert

09.10.2015

Oldenburg Die laufenden Ermittlungen haben in vier weiteren Fällen den dringenden Verdacht ergeben, dass Niels Högel ehemalige Patienten des Klinikums Delmenhorst durch die nicht indizierte Vergabe des Wirkstoffs Ajmalin getötet hat. Davon gehen die Sonderkommision „Kardio“ und die Staatsanwaltschaft Oldenburg nach Abschluss der Exhumierungsarbeiten auf zwei weiteren Friedhöfen aus.

In den vergangenen Wochen wurden auf dem katholischen Friedhof an der Oldenburger Landstraße sowie auf dem Friedhof Bungerhof in Delmenhorst insgesamt 18 Gräber geöffnet. Die anschließenden toxikologischen Untersuchungen führten zu dem Ergebnis, dass bei vier der ehemaligen Patienten der Wirkstoff Ajmalin nachgewiesen werden konnte, obwohl diese nicht mit einem entsprechenden Medikament behandelt worden waren. Die Angehörigen der Verstorbenen sind über die Ergebnisse bereits informiert worden.

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Demnach sind nun insgesamt - nach Abschluss der Untersuchungen zu bislang vier Friedhöfen - 47 ehemalige Patienten des Klinikums Delmenhorst exhumiert worden. Der Wirkstoff Ajmalin wurde in 14 Fällen nachgewiesen.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen unterdessen auf weiteren Friedhöfen in der Region fortgesetzt. Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen liegen hier jedoch noch nicht vor.

Weitere Exhumierungen sind noch bis in das nächste Jahr hinein geplant. Auf welchen Friedhöfen diese stattfinden, kann die Polizei allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. „Das wissen wir noch nicht“, sagte der Sprecher der SOKO Kardio, Stephan Klatte, der NWZ.

Laut Polizei muss zu jeder Patiententakte zunächst ein Gutachten erstellt werden. Kommt der Gutachter zu dem Schluss, dass ein unnatürlicher Tod nicht komplett auszuschließen ist, kann die Staatsanwaltschaft die Exhumierung der Leiche beantragen. Es handele sich um die Fälle, bei denen der Tod dem Gutachter nach Auswertung der Patientenakten „nicht plausibel erscheint“, sagte Klatte. Das war bisher bei 47 Patienten des Klinikums Delmenhorst der Fall. Bei den exhumierten Leichen werden Proben genommen und toxikologisch untersucht.

Niels Högel wurde im Februar 2015 wegen fünf Taten zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, die er in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg verbüßt. Högel hat insgesamt rund 90 Tötungsversuche im Klinikum Delmenhorst gestanden, etwa 30 Patienten sollen gestorben sein. Die Polizei untersucht in diesem Zusammenhang mehr als 200 Sterbefälle in den Kliniken Delmenhorst und Oldenburg.

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