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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Stolberg-Prozess wohl noch lange nicht am Ende

21.11.2017

Oldenburg /Bremen Das zähe Ringen um die strafrechtliche Bewertung des Zusammenbruchs der Bremer Beluga-Reederei nimmt kein Ende. Am Mittwoch dieser Woche steht vor dem Bremer Landgericht der letzte Verhandlungstermin in diesem Jahr zu dieser Frage an – und im Januar geht der Prozess gegen den inzwischen in Oldenburg lebenden Ex-Reedereichef Niels Stolberg sowie drei mitangeklagte Manager des ehemaligen Vorzeigeunternehmens ins dritte Jahr.

Kreditbetrug, Bilanzfälschung und Untreue sind die wesentlichen Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Stolberg gibt einen Teil der Anklagepunkte zu, beispielsweise das Aufpolieren der Unternehmensbilanz und falsche Angaben über den Auftragsbestand. Wesentliche Teile der Anklage werden jedoch von Stolberg und seinen Anwälten zurückgewiesen.

Für den inzwischen an Krebs erkrankten Stolberg geht dabei um sehr viel. Nach einer Zwischenbilanz des Verfahrens hielt das Gericht im Sommer eine mehrjährige Haftstrafe für den Unternehmer für möglich, während Stolberg selbst mit seinen Verteidigern um eine Bewährungsstrafe kämpft.

Am Mittwoch soll nun beraten werden, wie mit einem wesentlichen Beweisstück umgegangen wird. Es handelt sich um einen internen Revisionsbericht der Bremer Landesbank (BLB), mit dem die Verteidiger nachweisen wollen, dass der Vorwurf des Kreditbetrugs komplett hinfällig sei. Es geht dabei um die Frage, ob die Bank bei der Kreditgewährung für Schiffsneubauten gewusst hat, dass Stolberg das angeblich eingesetzte Eigenkapital tatsächlich von einer Werft wieder zurückbekommen habe. Sollte dies so gewesen sein, läge nach Ansicht der Stolberg-Verteidiger kein Straftatbestand vor.

Das aktuelle Problem: Der von der Bank vorgelegte Bericht ist angeblich das Papier nicht wert, auf dem er steht. Stolbergs Verteidiger Bernd Groß spricht von einer „Veralberung“, nachdem eine drastischere Formulierung von der Vorsitzenden Richterin Monika Schaefer gerügt worden war.

Geklärt werden muss nun, ob ein neuer Bericht angefordert wird, oder eventuell alle beteiligten Bankmitarbeiter als Zeugen geladen werden müssen. Wie auch immer: Der Prozess ist noch lange nicht am Ende.

Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055

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