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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Gericht bestellt Zeugen wieder ab

18.01.2018

Oldenburg Der entlassene EWE-Chef Matthias Brückmann wird am Donnerstag nicht wie erwartet vor Gericht auf seine ehemaligen Vorstandskollegen treffen: Das Landgericht hat Michael Heidkamp und Nikolaus Behr als Zeugen überraschend wieder ausgeladen. „Der Streitstand soll zunächst in der Güte- und anschließenden mündlichen Verhandlung mit den Parteien erörtert werden“, hieß es am Mittwoch in einer Pressemitteilung des Gerichts. An der Anordnung des Gerichts, dass Brückmann als Kläger persönlich in Oldenburg erscheinen muss, ändert die Abbestellung der Zeugen aber nichts.

Die EWE hatte ihren Vorstandschef Brückmann im Februar 2017 fristlos entlassen. Kündigungsgründe waren eine eigenmächtig veranlasste 253 000-Euro-Spende an die ukrainische Stiftung der Boxerbrüder Klitschko und eine „Vielzahl diverser grober Verfehlungen“. Brückmann hält den Rauswurf für rechtswidrig und klagt auf Wiedereinstellung; außerdem fordert er von der EWE 450 000 Euro ausstehende Gehaltszahlungen. Die EWE fordert im Gegenzug von Brückmann 40 000 Euro zu viel gezahlte Tantiemen zurück.

Hintergrund der Zeugen-„Abladung“, wie es im Gerichtsdeutsch heißt, ist offenbar ein Richterwechsel. Das Landgericht hat zum Jahreswechsel seinen Geschäftsverteilungsplan geändert, die für den EWE-Prozess zuständige 15. Zivilkammer hat seither einen neuen Vorsitzenden. Laut Gerichtssprecher Michael Herrmann handelt es sich dabei um einen „ganz normalen Vorgang“.

Bei dem Termin am Donnerstag will das Gericht offenbar weiter auf eine gütliche Einigung hinwirken. Von Verfahrensbeteiligten ist allerdings zu hören, dass sie eine solche Lösung für unwahrscheinlich halten. Für Brückmann geht es bei der juristischen Überprüfung seiner fristlosen Kündigung nicht nur um Geld, sondern auch um eine mögliche berufliche Rehabilitation.

Dass sich Brückmann und die EWE in einem Zivilprozess vor dem Landgericht um die Kündigung streiten und nicht vor einem Arbeitsgericht, hat mit der besonderen Stellung eines Vorstandsvorsitzenden zu tun. Brückmann war kein Angestellter; er stand nicht als Arbeitnehmer in einem Weisungsverhältnis zu seinem Arbeitgeber EWE AG. Als Chef war er sozusagen selbst die AG, es streiten sich also zwei Organe des Unternehmens.

Michael Heidkamp, aktuell Marktvorstand der EWE, und Nikolaus Behr, ehemaliger Personalvorstand, sind kurzfristig am Mittwochvormittag über ihre „Abladung“ informiert worden. Sie sollten zu den Vorgängen rund um die Klitschko-Spende aussagen. Kommt es am Donnerstag zu keiner Einigung, wird ihre Befragung nachgeholt.

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Ein Spezial zur EWE-Krise finden Sie unter www.nwzonline.de/ewe-krise

Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

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EWE | Arbeitsgericht | EWE AG

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