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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Expertentreffen In Oldenburg: Wie das Rohrsystem gläsern werden soll

07.02.2020

Oldenburg Wer heute in Deutschland ein Tiefbauprojekt in Angriff nimmt, der hat es nicht leicht. Die Suche nach alten Versorgungsleitungen im Untergrund gleicht oft einem Glücksspiel. Die Informationen, die an verschiedenen Stellen in verstaubten Akten lagern, sind mühselig zu finden und oft nicht auf dem aktuellen Stand. Die Folge sind böse Überraschungen auf der Baustelle, die Mehrkosten verursachen und bei Verkehrsprojekten allzu oft zu Verzögerungen führen.

Das muss nicht sein, sagen die Experten vom Institut für Rohrleitungsbau (Iro) und haben den Einsatz von digitaler Planung bei Straßenbaustellen in diesem Jahr in den Mittelpunkt des Oldenburger Rohrleitungsforums gestellt. Ihre Vision ist der „gläserne Untergrund“, der andernorts auf der Welt längst Realität ist. Wer beispielsweise in Taiwan derartige Daten benötigt, der könne ins Internet gehen und habe sie in Minuten, erklärt Professor Hans-Georg Oltmanns. Er ist einer der führenden Experten für die Digitalisierung im Baubereich und schaut mit Sorge auf die antiquierten Arbeitsabläufe in Deutschland. „Wenn wir das nicht lernen, werden wir komplett abgehängt“, lautet seine Warnung.

Das Zauberwort in diesem Zusammenhang lautet „BIM“ (Building Information Modeling). Es steht für ein vereinheitlichtes digitales Informationssystem, das den direkten Zugriff auf die vorhandenen Daten ermöglicht und bei Planung, Bau und Betrieb von Rohren, Kabeln und Tunneln eingesetzt werden kann.

Doch während „BIM“ bei Verkehrsprojekten des Bundes ab diesem Jahr Standard sein soll, sei die Digitalisierung beim Tiefbau „noch ganz am Anfang“, klagt der Vizepräsident der Jade Hochschule, Professor Thomas Wegener. Das Bauwesen habe sich insgesamt lange schwer mit dem Thema getan, was auch daran liege, dass Firmen und Ämter ihre Daten nicht herausgeben wollen. Da müsse unbedingt auch etwas in den Köpfen passieren, sagt Wegener, der sich aber keine Illusionen macht, was für ein dickes Brett es da zu bohren gilt: „Das ist eine Revolution.“

Doch die Vorteile liegen auf der Hand: Nicht nur, dass die öffentliche Hand bei Planung und Bau Zeit und Geld sparen könnte, auch die Gefahr von Kostenexplosionen sei dann geringer, sagt Oltmanns. Denn aus Sicht des Experten ist es kein Zufall, dass Großprojekte wie Stuttgart 21 oder der Berliner Flughafen wesentlich teurer als zunächst gedacht werden. Mit dem heutigen Datenmaterial sei es schlicht nicht möglich, so ein Projekt genau zu kalkulieren. Die Folge: „Man fängt an zu bauen und ist mit der Planung noch nicht fertig.“

Wie es anders laufen könnte, wollen die Oldenburger Tiefbauexperten den 3500 erwarteten Besuchern aus dem In- und Ausland am 13. und 14. Februar in der Jade Hochschule zeigen.

Jörg Jung Redakteur / Regionalredaktion
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