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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Hilfe, meine Tapete klebt (zu) fest!

20.06.2018

Oldenburg Ein schmuckes Reihenendhaus in Oldenburg-Eversten. Doch hinter den Fassaden gibt es ein Problem: (zu) fest klebende Tapeten. „Vor etwa zehn Jahren wollte ich zwecks Erneuerung die Tapeten in der Küche abreißen“, erzählt Ruth Werner, die das Haus vor 13 Jahren gekauft hat.

Doch das war leichter gesagt als getan. „Ich habe versucht, die Tapete abzuspachteln, bis die Hände wund waren.“ Ohne großen Erfolg. „Die war mit Latexkleister angebracht – das konnte nicht gehen, weil der wasserundurchlässig ist“, sagt Werner. Also spachtelte sie drüber. „Das ist gut geworden.“ Aber: „Ich dachte, dass die Wand nun nicht mehr atmungsaktiv ist, und wollte nun professionellen Rat, ob heute etwas anderes möglich ist – auch im Hinblick auf das Treppenhaus.“ Auch hier soll die dominante Struktur der Tapete verschwinden.

Hier kommt das H-Team von der NWZ und der Handwerkskammer ins Spiel. „Auf den Wandflächen in der Küche und im Treppenhaus sind Glasgewebetapeten angebracht und darauf wurde Latexfarbe gestrichen“, erklärt Malermeister Hergen Neemann. Das Problem: „Die Glasgewebetapete wird mit Dispersionskleber und nicht mit wasserlöslichem Kleber angebracht – dadurch ist sie nur noch mit sehr großem Aufwand löslich.“

Die Lehrerin fragt nach: „Muss das so sein?“, erkundigt sie sich nach dem Sinn. „Das war mal Trend“, erklärt der Experte. „Solche Tapeten haben eine unheimlich belastbare Oberfläche und wurden zum Beispiel gerne in Treppenhäusern angebracht. Wenn sie an der Wand und getrocknet sind, halten sie. Außerdem kann man sie ein paar Mal überstreichen, ohne dass sie ihre Struktur verlieren.“

Sein Vorschlag für das Wandproblem? „Zuerst muss man die Oberfläche reinigen, dann grundieren und anschließend kann man drüber spachteln“, erklärt der 56-Jährige. „Dann hat man eine glatte Wand und einem stehen alle Möglichkeiten frei.“ Somit habe Ruth Werner in der Küche „alles richtig gemacht“, lobt der Experte. „Bei Innenwänden ist die Atmungsaktivität nicht so wichtig.“

Ansonsten müsste die Tapete mit viel Kraftaufwand heruntergerissen werden, sagt er Experte. Aber: „Dabei können Schäden an der Wand entstehen. Teile des Putzes könnten mit abgerissen werden.“ Die Tapete könnte auch heruntergeschliffen werden, doch das verursache „viel Lärm und Staub“, sagt Neemann. Ebenfalls nicht empfehlenswert sei das Beizverfahren: „Das kann wegen der Chemie gesundheitsgefährdend sein.“

Und was kostet das? Das Treppenhaus zu überspachteln, kostet rund 1500 bis 2000 Euro, schätzt Neemann. Das Abbeizen, wovon er aber abraten würde, liege bei rund 4000 Euro.

„Anscheinend gibt es ja keine anderen Möglichkeiten als drüber zu spachteln“, sagt Ruth Werner. „Also habe ich ja alles richtig gemacht in der Küche – beim Treppenhaus muss ich mal schauen.“

Die Einschätzung und das Erstellen der Reparaturliste durch das H-Team sind für die NWZ-Leser kostenlos. An den Reparatur- und Materialkosten beteiligt sich die NWZ zudem mit 200 Euro.

Ellen Kranz
Redakteurin
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2051

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