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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

So werden die großen Weihnachtsmärkte gesichert

25.11.2017

Oldenburg /Hannover Ein Jahr nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt setzen niedersächsische Weihnachtsmärkte auf mehr Sicherheitsmaßnahmen. Mehrere Städte setzen auf Poller, Blockaden, Sperren, Betonleitplanken oder Sandsäcke, die Autos den Weg zu den Buden versperren sollen.

In Oldenburg sollen nicht nur acht Betonblöcke, sondern auch strategisch geparkte Fahrzeuge von Schaustellern die Durchfahrt zu den Ständen blockieren, sagte Stadtsprecher Reinhard Schenke. Zudem würden mehr Polizisten den Markt auch mit Videokameras überwachen: „Auch wenn es für Oldenburg keine konkreten Hinweise auf Gefährdungslagen gibt, wollen wir versuchen, das Sicherheitsgefühl der Besucher zu erhöhen und gleichzeitig potenzielle Täter von Straftaten abzuhalten.“

Im Bundesland Bremen meldet die Polizei, dass es in der Hansestadt keinen Platz für fest installierte Poller gibt. Beamte hätten sich aber auf verschiedene Szenarien eingestellt und könnten bei Bedarf die Zufahrt sperren.

Hannover hat sich bewusst gegen Betonsperren entschieden. „Unser Weihnachtsmarkt erstreckt sich vom Bahnhof bis zur Marktkirche, und wir können doch nicht die ganze Innenstadt zupollern“, sagte Polizeisprecher André Puiu: „Außerdem sind wir mit Pollern nur auf ein Bedrohungsszenario vorbereitet.“ Und zwar auf ein solches wie 2016, als Attentäter Anis Amri mit einem Lastwagen auf den Berliner Breitscheidplatz fuhr und zwölf Menschen tötete. Die Landeshauptstadt setzt stattdessen auf mehr Polizisten mit Maschinenpistolen und gelben Schutzwesten. Viele von ihnen sind auch an den Zufahrtsstraßen zu den Märkten stationiert.

Mehr Beamte sind auch in anderen Städten unterwegs. In Braunschweig kontrollieren sie die Zufahrtsstraßen mit Schranken, die sie für den öffentlichen Verkehr und Budenmitarbeiter öffnen können. Polizeisprecher Joachim Grande sagte: „Zwar können wir auch so einen Terroranschlag nicht verhindern, aber zumindest können wir eine Situation wie in Berlin entschärfen.“

Die Weihnachtsmärkte haben aber nicht nur an neue Sicherheitskonzepte gedacht. Am Oldenburger Lambertimarkt gibt es erstmals eine Holzmanufaktur, die kaputtes Holzspielzeug repariert und selbsthergestelltes neues Spielzeug verkauft. Der Markt will mit seinen Postern auch das Klischee brechen, dass Engel weiß sind und goldblonde Locken haben. Dieses Jahr lächelt mit der sechsjährigen Tiara ein schwarzes Mädchen von den weihnachtlichen Flyern.

In Bremen gibt es dieses Jahr einen veganen Weihnachtsmarkt mit Pflanzenkäse, Currywurst aus Saitan, Kork-Armbänder, Taschen aus Ananasleder und einer Modeschau mit fair produzierten Kleidern.

Daneben setzen die traditionsreichen Märkte auch auf ihre bewährten Stärken: In Osnabrück sind dies der sechs Meter große Nussknacker und eine Weihnachtsspieldose mit lebensgroßen Figuren, die sich zu 25 Weihnachtsliedern drehen. In Hannover gibt es im „Finnischen Weihnachtsdorf“ Flammlachs, Blaubeer-Glühwein und Rentierfelle. Die Besucher können sich in Lappenzelten am Lagerfeuer aufwärmen. Nicht weit davon lockt ein mit Fackeln beleuchtetes mittelalterliches Dorf mit Traditionshandwerk.

In Emden kommt am 2. Dezember der Sinterklaas – der niederländische Nikolaus – mit dem Schiff zu Besuch. Und in der ostfriesischen Stadt Norden gibt es an zwei Adventswochenenden ein Krippenspiel mit lebendigen Tieren und Schauspielern, die Plattdeutsch reden und singen.

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Polizei | Lambertimarkt

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