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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Apotheken-Schwund im Nordwesten

06.12.2017

Oldenburg /Im Nordwesten Die Patienten im Nordwesten müssen mitunter immer längere Wege zu den Apotheken in Kauf nehmen. Immer weniger Apotheken gibt es im Nordwesten – und auch in der Großstadt Oldenburg. „Viele Apotheker arbeiten länger und finden keinen Nachfolger“, weiß Bezirksapothekerin Dr. Gabriele Röscheisen-Pfeifer (Oldenburg). Das Arbeiten über die Ruhestandsgrenze hinaus hat mit dem zweiten Umstand zu tun: Es gibt Apotheken-Standorte, für die es keinen Kaufinteressenten gibt. Und auch das betrifft nicht mehr nur Apotheken auf dem Land.

Veränderungen bei den Apotheken im Nordwesten

Der Nordwesten ist von den Apothekenschließungen unterschiedlich betroffen:

Ostfriesland (Aurich, Emden, Friesland, Wilhelmshaven, Wittmund; aber ohne Leer): Insgesamt 16 Standorte weniger seit 2009 (negative Differenz zwischen Neueröffnungen und Schließungen).

Oldenburg (Oldenburg, Ammerland, Cloppenburg, Delmenhorst, Leer): 13 Standorte weniger.

Emsland (Emsland, Graftschaft Bentheim): Insgesamt fünf Standorte weniger.

Osnabrück (Vechta, Osnabrück): Insgesamt 23 Standorte weniger.

Wesermarsch: Zwei Standorte weniger.

Übrige Landesteile: Region Hannover (minus 31); Region Verden (minus 14); Region Hildesheim (minus 19); Region Goslar (minus 13); Region Göttingen (minus 6); Region Braunschweiug (minus 8); Region Celle/Fallingbostel (minus 8); Region Lüneburg (minus 5); Region Rotenburg (minus 13); Region Harburg/Stade (plus 3).

Ende September gab es 1942 Apotheken in Niedersachsen. Das ist der niedrigste Stand seit fast dreißig Jahren.

Dazu kommen die gesetzlichen Rahmenbedingungen, 13 Gesetzesvorhaben betrafen die Apotheken in den letzten Jahren, weiß die Bezirksapothekerin: „Uns fehlt die Planungssicherheit. Viele junge Apotheker hält das ab.“ Dazu käme die wirtschaftliche Unsicherheit. Zu 80 bis 90 Prozent „leben wir vom Rezeptumsatz“, sagt Röscheisen-Pfeifer. Wird die Versandhandelserlaubnis auf verschreibungspflichtige Medikamente erweitert, stünden die Apotheken vor einer ganz großen Gefahr. Schon jetzt dürfen ausländische Versandapotheken Rabatte gewähren, kritisiert Dr. Rolf Bruns (Zetel), Mitglied im Vorstand des Landesapothekerverbands Niedersachsen, die höchstrichterlich erlaubte „Rosinenpickerei“. Er hält die Schließung von Arztpraxen für ursächlich für das Apothekensterben. „Die Ärzte verlassen den ländlichen Raum, die Apotheken folgen“, sagt Bruns. Und: „Im ländlichen Bereich ist die Arbeitsbelastung höher, weil man mehr Notdienste übernehmen muss."

Für die vielen Notdienste habe der Bund mit dem Nacht- und Notdienstfonds aber ein gutes Ausgleichsinstrument gefunden, sagt die Präsidentin der Apothekerkammer, Magdalene Linz. Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten wird schon seit Jahren eine Notdienst-Pauschale von 16 Cent pro Verpackung erhoben. Der Betrag wird auf den Packungspreis aufgeschlagen.

Das Geld sammelt der Nacht- und Notdienstfonds ein und gibt es an die Apotheken weiter, wenn sie Notdienste übernehmen: 2016 gab es für Apotheken eine Pauschale von durchschnittlich 275 Euro pro Notdienst.

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