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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Bürger sollen Insekten zählen

25.07.2018

Oldenburg Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) schlägt Alarm: In den vergangenen zehn Jahren sei sowohl die Zahl der Insektenarten als auch die gesamte Zahl der Insekten in Deutschland um 75 Prozent zurückgegangen, sagte Rüdiger Wohlers vom Nabu am Dienstag in Oldenburg. Dies sei eine „beängstigende Entwicklung“, weil etwa 90 Prozent aller Pflanzen auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen seien.

Ohne ausreichend viele Insekten sei die weltweite genetische Vielfalt der Pflanzen bedroht. Derzeit gebe es bundesweit noch etwa 33 000 Insektenarten.Um die Menschen für das Thema zu sensibilisieren, habe der Nabu im Juni erstmals zu einer bundesweiten Insektenzählung aufgerufen, sagte Wohlers. Vom 3. bis 12. August seien auch die Naturliebhaber in Niedersachsen zu einer zweiten Zählung aufgefordert. Sie sei nötig, weil sich die Insekten zum Teil veränderten. Aus Raupen und Larven seien inzwischen Schmetterlinge und Falter geworden. Die Ergebnisse sollen im Internet unter „www.insektensommer.de“ gemeldet werden. Die Zählung sollte eine Stunde lang dauern und möglichst alle Insekten in einem Umkreis von zehn Metern erfassen. Um die Bestimmung zu erleichtern, habe der Nabu eine App für Smartphones entwickelt, die aus dem Internet heruntergeladen werden könne. An der Zählung im Juni hätten sich bundesweit etwa 6000 Menschen beteiligt. Am häufigsten kam dabei Wohlers zufolge die Steinhummel vor, gefolgt von der Hainschwebfliege und dem asiatischen Marienkäfer. Die Honigbiene sei auf Platz acht und der Admiralsfalter auf Platz elf gelangt. Als Vorbild für die Zählaktion diene die zweimal jährliche, erfolgreiche Vogelzählung des Nabu. Dabei werden im Januar und im Mai für jeweils eine Stunde die Vögel im heimischen Garten gezählt.Die Ursachen für den Rückgang der Insekten sei überwiegend vom Menschen zu verantworten, unterstrich Wohlers. Jährlich gehe bundesweit durch Bebauung eine Fläche von der Größe des Bodensees für die Pflanzenwelt verloren. Außerdem werde immer noch zu viel Pestizid gespritzt und Gülle ausgebracht.

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