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Unfälle In Oldenburg
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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

So soll der Notstand in der Pflege behoben werden

20.07.2018

Oldenburg Kritiker werfen der Pflegekammer Niedersachsen vor, ein Bürokratiemonstrum zu sein. Befürworter halten das neue Organ für längst überfällig. Jetzt haben ein Drittel aller Mitglieder – eine Registrierung ist Pflicht – ihre Vertreter gewählt. Fünf Vertreter werden den Nordwesten repräsentieren. Dazu gehören unter anderem Andreas Dörkßen aus Leer sowie Sarah Pricker aus Meppen. Drei weitere Vertreter aus der Region sprechen über ihre Ziele.

Zur Pflegekammer

Ziele der neuen Pflegekammer in Niedersachsen ist die Schaffung eines einheitlichen Berufsstandards. Außerdem will man ein kompetenter Ansprechpartner für die Politik sein.

Die Pflegekammer Niedersachsen kommt am 8. August zu ihrer konstituierenden Sitzung in Hannover zusammen. Hier werden sich alle gewählten Mitglieder zusammensetzen und beratschlagen, wie die Arbeit der Einrichtung zukünftig aussehen soll. Außerdem werden an diesem Tag die Mitglieder der Kammerversammlung aus den eigenen Reihen das Präsidium und die übrigen Mitglieder des Vorstands wählen.Nach Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein entsteht damit die größte Pflegekammer Deutschlands. Zurzeit gibt es auch nur diese drei Pflegekammern.

Eine Mitgliedschaft ist für alle Pflegefachkräfte der Berufe „Altenpflegerin“ oder „Altenpfleger“, „Gesundheits- und Krankenpflegerin“ oder „Gesundheits- und Krankenpfleger“ oder „Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin“ oder „Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger“ in Niedersachsen jetzt verpflichtend. Geschätzt betrifft das 70 000 Arbeitnehmerinnen und -nehmer. Bisher haben sich knapp 47 000 Pflegefachkräfte registriert. Davon beteiligten sich allerdings nur 30 Prozent an der Wahl zur ersten Pflegekammer. 2023 wird die zweite Pflegekammer gewählt.

Stefan Taphorn

Die 50-Jährige arbeitet in der Pflegedienstleitung und Organisationsmanagement der Pflegestation Nordkreis Vechta. Taphorn, der gelernter Gesundheits- und Krankenpfleger ist, blickt auf über 30 Jahre Berufserfahrung zurück und hält die Pflegekammer für unabdingbar. Denn durch das neue Instrument würden den Pflegern einfach mehr Kompetenzen zugerechnet werden. „Stellen Sie sich vor, Pfleger kümmern sich ambulant um einen inkontinenten Patienten. Jetzt stellt der Pflegedienst fest, dass der Patient bestimmte Hilfsmittel braucht. Diese kann bisher aber nur ein Arzt verordnen.“ Zwar hofft Taphorn, dass die Pfleger zukünftig mehr Befugnisse erhalten. Er betont aber auch, dass noch ein langer Weg zu gehen sei. Die verpflichtende Registrierung für alle Pfleger hält er für notwendig. „Wir brauchen ja auch die Legitimation von den Pflegern. Jahrelang haben wir es über die Berufsverbände und Gewerkschaften auf freiwilliger Basis versucht.“

Jochen Berentzen

Als Leiter der Schule für Pflegeberufe St. Franziskus in Cloppenburg hat es Dr. Jochen Berentzen täglichen mit zukünftigen Pflegefachkräften zu tun. „Manche unserer Absolventen haben bis zu fünf Zusagen“, sagt er. Die jungen Leute wüssten, dass sie nach ihrem Abschluss ein attraktives Gehalt und ein sicherer Job erwarte. „Wir hatten gerade 48 Prüfungen. 25 ausgelernte Pflegefachkräfte wollen direkt in der Region bleiben“, freut sich Berentzen.

Allerdings verdienen Fachkräfte im Krankenhaus mehr als beispielsweise in der Altenpflege. „In den nächsten fünf Jahren wollen wir an der Basis für mehr Akzeptanz sorgen. Denn die Wahlbeteiligung beim ersten Durchgang war mit 30 Prozent nicht hoch“, sagt Berentzen. Wie auch Taphorn betont der ebenfalls 50-Jährige, dass man in Zukunft gerade bei der Versorgung delegieren können müsse. Pfleger hätten viele Kompetenzen, die noch mehr ausgeschöpft werden müssten. Von der verpflichtenden Registrierung ist auch Berentzen überzeugt.

Christoph Jongebloed

„Die neue Pflegekammer bietet die Möglichkeit, das Qualitätsniveau in der Pflege zu sichern“, erklärt Christoph Jongebloed, der derzeit sein Bachelorstudium in Gerontologie in Vechta abschließt. Auch sei die Kammer ein wichtiges Sprachrohr für Pflegekräfte, das die Interessen und beruflichen Belange der Angestellten angemessen vertreten kann. Der Beruf werde so besser in der Öffentlichkeit und vor allem in der Politik repräsentiert, so Jongebloed.

Der 25-Jährige arbeitet bereits seit 2012 in der Pflege. Nach dem Bachelor will er einen Master in Dortmund beginnen, der auf sein Gerontologiestudium aufbaut.

Lesen Sie auch: Fachkräftemangel in Alten- und Krankenpflege: Pflege wird zum Notfall, NWZ-Artikel vom 26.4.2018

Monatlicher Entlastungsbetrag: Leistung unbekannt – Pflegebedürftige lassen Geld liegen

Im September 2017 hatte Pflege-Auszubildender Alexander Jorde die Zustände in seinem Berufsfeld beklagt. Er fragte Bundeskanzlerin Angela Merkel, warum die Krankenpflege hierzulande in einem so schlechten Zustand ist:

Tatiana Gropius
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003
Anna-Lena Sachs
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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