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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Havarie-Spezialisten müssen auf neue Schiffe warten

14.02.2020

Oldenburg Welche Schlüsse kann man aus Havarien ziehen? Wie kann das Notfall-Management verbessert werden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich am Donnerstag Experten aus Politik, Wirtschaft und Behörden auf Einladung des Maritimen Clusters, ein länderübergreifendes Netzwerk der maritimen Branche, bei einer Gesprächsrunde in der IHK Oldenburg.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD, Sande) nannte als eine Konsequenz aus der Havarie der „Glory Amsterdam“ im Jahr 2017 die Anschaffung neuer Schiffe. Freilich dauere es acht Jahre, bis solche modernen Mehrzweckschiffe zur Unfallbekämpfung verfügbar sind, machte der Minister deutlich. Auch die Kommunikationskette habe im Fall der „Glory Amsterdam“ nicht einwandfrei funktioniert. „Solche Dinge muss man vor Ort üben“, sagte Lies.

Als Lehre aus dem Fall „MSC Zoe“, die im Januar 2019 Hunderte Container in der Nordsee verlor, müsse man über Ortungssysteme nachdenken, damit die Container geborgen werden könnten. Und schließlich müsse man über eine festgelegte und etwas küstenfernere Route für Großcontainerschiffe nachdenken. Seine Forderung nach einer gerechten Bezahlung der Seeleute erhielt großen Beifall in der Expertenrunde: „Anständige Besatzungen an Bord müssen auch anständig bezahlt werden.“ Lies sprach sich auch dafür aus, dass das Land weiter Ölunfallbekämpfungsschiffe vorhält und betreibt.

Gerd-Christian Wagner ist nicht nur Varels Bürgermeister, sondern auch Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste. Er plädiert für eine küstenfer­nere Fahrtroute für große Schiffe. Bremens Hafenkapitän Andreas Mai ist skeptisch, was Hilfsmittel zur Containerortung anbelangt. Die Container aus größeren Tiefen zu bergen, sei kaum möglich. Die Praxis zeige, dass Container ständig nachgelascht (gesichert) werden müssten. Auf Informationen zu den Schiffsladungen setzt Hans-Werner Monsees, Leiter des Havariekommandos. Im Notfall müsse das Havariekommando Zugriff auf alle Daten der Ladung haben.

Aus der Praxis der Schiffsbergung berichteten Boris Szczesik (Unterweser Reederei) und Kapitän Stephan Müller (KMR-Marine Surveyors). Und Elblotsen-Ältermann Ben Lodemann schlug vor, Lotsen das Recht zu geben, auch außerhalb ihres Lotsenreviers in Notfällen an Bord zu gehen – am meisten würde aber Mobilfunk in der Deutschen Bucht helfen, sagte Lodemann und erhielt großen Beifall für diese Forderung.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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