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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Jeder Tropfen ist jetzt kostbar

07.08.2018

Oldenburg Die Hitzewelle will einfach kein Ende nehmen. Nicht nur, dass der erhoffte Regen am Wochenende ausblieb, nun soll es in dieser Woche sogar noch heißer werden. Die Lage bei der Trinkwasserversorgung bleibt also angespannt. Was bedeutet das für die Bürger im Norden – und was kann der Einzelne tun, damit sich die Situation nicht noch weiter zuspitzt? Wir haben Experten gefragt und interessante Antworten bekommen.

Ist überall in der Region das Trinkwasser knapp?

Tatsächlich arbeiten die Pumpen der Wasserwerke derzeit überall auf Hochtouren. Allerdings musste bislang nur der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) den Druck in den Wasserleitungen reduzieren. Die Gas- und Elektrizitätswerke Wilhelmshaven (GEW) und das Wasserwerk Bad Zwischenahn verfügen nach eigenen Angaben derzeit noch über ausreichende Reserven.

Welche Folgen hat die Druckminderung?

Über den Druck in den Leitungen lässt sich der Verbrauch beeinflussen, da bei voll aufgedrehtem Hahn weniger Wasser als normalerweise austritt. Durch die veränderte Durchlaufgeschwindigkeit können sich in den Rohren allerdings kleinste Eisen- und Manganpartikel lösen und das Wasser trüben. Das sei jedoch gesundheitlich unbedenklich, so der OOWV. Dass in einem höher gelegenen Ortsteil von Lohne (Kreis Vechta) derzeit stundenweise kein Wasser aus den Hähnen fließt, liegt aber nur zum Teil an der Drucksenkung. Hinzu kommt, dass dort ein Versorgungsrohr unterdimensioniert ist. Dieser Engpass soll aber, so OOWV-Sprecher Heiko Poppen, im kommenden Jahr beseitigt werden.

Ist es erlaubt, Wasser aus Kanälen abzupumpen?

Für manch einen Gartenbesitzer mag es verlockend sein, doch mit einer Pumpe Wasser aus Kanälen oder Gräben abzupumpen ist verboten. Wer dabei erwischt wird, muss mit einem deftigen Bußgeld rechnen. Private Brunnen dürfen dagegen auch weiterhin genutzt werden. Der OOWV rät zudem, gebrauchtes Wasser aus Pools und Planschbecken nicht einfach abzulassen, sondern zum Gießen des Gartens zu benutzen. Natürlich nur, wenn es nicht mit Desinfektionsmitteln belastet ist.

Muss der Rasen täglich gewässert werden?

Hauptverantwortlich für den hohen Wasserverbrauch und die daraus resultierenden Engpässe in den Morgen- und Abendstunden sind nach Darstellung des OOWV neben der Land- und Viehwirtschaft auch die vielen Gartenbesitzer. Auch in den sozialen Medien wächst der Zorn auf jene Nachbarn, die trotz Wasserknappheit noch immer unbeirrt ihre Rasensprenger laufen lassen. Dabei, so der technische Leiter des Botanischen Gartens Oldenburg, Klaus Reis, sei es gar nicht notwendig, den Rasen zu bewässern. „Auch wenn der Rasen braun wird, ist er nicht tot“, sagt der Experte und verweist auf Erfahrungen aus der eigenen Anlage: „Im Botanischen Garten wird der Rasen nie gedüngt oder gewässert.“ „Vier bis sechs Wochen“ nach der Hitzewelle habe sich der Rasen dann wieder erholt.

Wie lässt sich bei Blumen das Gießen reduzieren?

Anders als der Rasen reagieren mehrjährige Stauden und Gemüsepflanzen nicht gut auf anhaltende Trockenheit. Wer nicht gießt, riskiert einen Totalverlust, warnt der Experte. Allerdings gelte auch hier: „Man muss nicht jeden Tag oder jeden zweiten Tag gießen“, sagt Reis. Und wenn gegossen wird, dann nur gezielt auf die Wurzel, denn „abduschen bringt der Pflanze gar nichts“. Sehr hilfreich sei zudem der Einsatz von Flies beim Gemüse oder Torf bei Beetpflanzen, da beides die Sonneneinstrahlung verringert und den Wasserverlust reduziert. Rosen und Laubbäume schließlich seien – anders als Nadelbäume – von der Trockenheit gar nicht zu beeindrucken.

Wann wird am meisten Trinkwasser verbraucht?

Nach Angaben des OOWV – er versorgt große Teile des Oldenburger Landes und Ostfrieslands mit Trinkwasser – wird hierzulande insbesondere in der Zeit von 7 bis 10.30 und von 16.30 bis 22 Uhr besonders viel Wasser verbraucht. Um die Pumpwerke zu entlasten, würde es also schon helfen, den Verbrauch von größeren Wassermengen in andere Zeiträume zu verlegen. Wasser für die Blumen im Garten könnte zum Beispiel bereits Nachmittags in eine Regentonne abgefüllt werden.

Jörg Jung Redakteur / Regionalredaktion
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