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Wölfe In Niedersachsen: Meyer möchte keine Rotkäppchen-Mär

22.08.2018

Oldenburg Die Wolfspopulation in Niedersachsen spaltet. Das wurde einmal mehr deutlich bei einer von der Grünen Jugend initiierten Gesprächsrunde „Wolf versus Schaf“ in Oldenburg, an der auch der frühere Grünen-Landwirtschaftsminister Christian Meyer teilnahm. In der Gesprächsrunde saßen Nutztierhalter wie die Schäferin Alke Feise-Addicks (Ovelgönne), Fachleute wie Wolfsberater Ralf Lohse (Ammerland) oder die Vorsitzende der Jägerschaft Oldenburg, Gabriele Wenzel.

Obwohl die Moderatorin Fenja Lampe (Grüne Jugend) d versucht hatte, die Diskussion über Fragekarten zu strukturieren und Lösungsmöglichkeiten des Konflikts Naturschutz/Nutztierhaltung aufzuzeigen, waren die Reaktionen der Nutztierhalter wie der „Wolfsbefürworter“ teilweise emotional. Für Christian Meyer gilt es zunächst einmal, das „Rotkäppchen-Syndrom“ zu vermeiden, die Diskussion zu versachlichen. Nicht für alle Risse von Nutztieren seien Wölfe verantwortlich. Noch längst sei kein Erhaltungszustand erreicht, der es erlaube, den Wolf ins Jagdrecht zu übernehmen.

Er plädiere im Übrigen dafür, Nutztierhalter unbürokratisch zu entschädigen. Die erhalten nämlich nur dann eine Entschädigung, wenn ein Riss durch einen Wolf verursacht wurde. Das aber ist nur durch eine DNA-Untersuchung nachzuweisen. Und wolfsfreie Zonen, wie sie auch von Zuhörern der Gesprächsrunde ins Feld geführt wurden, seien rechtlich nicht umsetzbar, sagten Meyer und Wolfsberater Lohse.

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Aus der Praxis berichtete Alke Feise-Addicks, dass auch der Einsatz von Eseln als Schutztier in Herden problematisch sei. Die Esel bräuchten in nördlichen Breiten Witterungsschutz, sie würden sonst krank: „Und Herdenschutzhunde sind enorm teuer.“ So sieht es auch Meyer: „Esel und Hunde können im Einzelnen helfen, aber wolfsfreie Zonen? Wie setze ich das um?“ Eigentlich könne man Wölfe in gefährdeten Zonen, zum Beispiel an den von Schafen beweideten Deichen, nur „entnehmen“, das heißt töten. Eine Bejagung sei aber erst möglich, wenn die Europäische Union den Erhaltungsstatus für den Wolf in Deutschland feststelle und die Population auf einem bestimmten Niveau erhalten werden könne.

Klare politische Entscheidungen zur Entschädigung der Nutztierhalter forderten Wolfsberater Lohse und Schäferin Feise-Addicks. Meyer sprach sich für eine Schafprämie aus. Eine Kopfprämie, wie sie die Grünen forderten, sei ein einfaches Fördermittel. Dadurch lasse sich die Zahl der Schafe im Land erhöhen, schließlich decke Deutschland seinen Bedarf an Schaffleisch nicht selbst. Gabriele Wenzel forderte schnellere Untersuchungen bei Tierrissen.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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