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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Nicht alle Reisende haben Verständnis für Streik

11.12.2018

Oldenburg Montagmorgen, es ist 8.15 Uhr. Der Warnstreik der Gewerkschaft EVG bringt den Bahnverkehr in fast ganz Deutschland zum Erliegen. Neben vielen anderen werden die Hauptbahnhöfe Hannover und Bremen bestreikt – und auch am Oldenburger Hauptbahnhof stehen schließlich rund 30 Reisende in der großen Halle und warten. Viele von ihnen schauen auf ihre Smartphones, einige telefonieren. Andere sprechen sich untereinander ab. Hinter fast allen Zugverbindungen blinken auf der blauen Tafel Verspätungsmeldungen auf. Trotzdem ist die Stimmung ruhig und friedlich. Viele Leute waren auf Streik eingestellt.

Lesen Sie auch: Liveticker zu den Folgen des Warnstreiks

„Das hat man am Wochenende in den Medien gehört“, sagt eine Reisende, die nach Berlin möchte. „Ich bin auf gut Glück zum Bahnhof gefahren.“ Eigentlich wollte sie den Zug um 7.35 Uhr nach Hannover nehmen. „Wahrscheinlich fährt um kurz nach 9 Uhr wieder ein Zug“, hofft sie. Dann wäre sie – laut ihrer App – mit drei Stunden Verspätung in Berlin. „Es nützt ja nichts – man kann es nicht ändern“, sagt sie und blickt wieder auf ihr Handy.

Auch Frederike Kok hat noch eine Fahrt vor sich. „Ich wollte den Zug um 8.35 Uhr nach Hannover nehmen – bisher hat er 15 Minuten Verspätung. Hoffentlich fährt der Zug dann durch“, sagt sie. Aber: „Ich wusste von dem Streik und bin extra früher zum Bahnhof gefahren.“

Neben ihr steht ein weiterer Wartender: „Man war darauf eingestellt“, sagt der Mann, der nach Delmenhorst möchte. „Ich habe mit der Verspätung gerechnet – 15 Minuten Verspätung sind ja schon fast normal.“

Ein weiterer Pendler steht an eine Wand gelehnt. Hin und wieder blickt er auf die Anzeigentafel. „Ich fahre nach Bremen“, sagt der Pendler, auch er war vorbereitet: „Seit 6 Uhr habe ich meine App offen.“ Er habe sich auf die Nordwest-Bahn eingestellt. Doch auch diese habe bereits Verspätung. „Wenn ich Fernreisender wäre, wäre der Streik wirklich blöd“, meint er. „Ich versuche, das gelassen zu nehmen.“ Inzwischen sei man routiniert. Trotzdem sei es schlimm, wenn Züge ausfallen – vor allem, wenn man schon unterwegs sei. „Ich habe kein Verständnis für den Streik – Montagmorgens und dazu noch 14 Tage vor Weihnachten“, sagt der Mann. „Ich habe Angst davor, dass das wieder solche Streiks werden wie vor ein paar Jahren. Ich weiß auch nicht, warum es da keine Einigung gibt.“

Andrea Müller ist bereits seit Sonntag unterwegs. „Ich möchte nach Bremen, aber weil ich aus dem Emsland komme und es dort im Moment nur Schienenersatzverkehr gibt, bin ich schon am Sonntag los und habe in Oldenburg übernachtet.“ Am Montag wollte sie eigentlich erneut früher losfahren, weil sie von den Streiks gehört hatte. Doch den Zug um 8.06 Uhr nach Bremen habe sie verpasst, weil der Bus zum Bahnhof 20 Minuten Verspätung hatte. Und auch der nächste Zug nach Bremen hat 15 Minuten Verspätung.

Die Zugreisenden brauchen an diesem Montagmorgen vor allem eines: Geduld.

Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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