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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Zukunftshaus Der Ewe In Oldenburg: Wenn Alexa Ihren Kaffee kocht

20.08.2018

Oldenburg „Alexa? Hilfe!“ Die ersten Minuten alleine in einem rundum „smarten“ Haus – und statt Intelligenz liegt erstmal Ratlosigkeit in der Luft. Wie waren noch die Aktivierungswörter? Ich merke: Ich spreche nicht die Sprache des Hauses. Eben noch führten mich die EWE-Sprecher Volker Diebels und Eva Maier durch das Haus, zeigten jeden Winkel und jedes Gerät. Alles hörte auf ihr Kommando. Und als ich jetzt dem Esszimmer oder besser gesagt seiner Sprecherin, Alexa, sagen will, dass es die Jalousie herunterlassen soll, versteht es mich nicht. Stattdessen antwortet Alexa beständig mit „Okay“, obwohl gerade gar nichts okay ist. Es war kein Traumstart in meinen mehrstündigen Selbstversuch im „Zuhause 18“.

Der Tag beginnt mit der Ankunft in der Garage: Per App wird das Garagentor im Keller geöffnet und der BMW i3, ein Elektrofahrzeug mit 200 Kilometern Reichweite, gleitet leise schnurrend in den hellen Raum. Während wir nach oben gehen, wird sich die Autobatterie aufladen.

NWZ berichtet live aus smartem Haus

In der Tirpitzstraße in Oldenburg steht das „Zuhause 18“. Der Energieversorger EWE hat es mit intelligenten und untereinander vernetzten Geräten ausgestattet.

Per Sprachbefehl oder übers Smartphone lassen sich die Geräte bedienen, die alle so schon heute auf dem Markt sind.

Sinn und Zweck des „Zuhause 18“ ist es laut EWE, zu zeigen, „was möglich ist“.

NWZ-Redakteurinnen und -Redakteure werden am Donnerstag und Freitag auf NWZonline und über Facebook live aus dem Haus berichten.

Es ist der Moment, an dem wir anfangen, mit dem Haus zu sprechen. „Alexa, sage Nuki soll die Tür aufsperren“, sagt Eva Maier, und der kleine Echo Dot, der auf dem Stromkasten liegt, fragt nach der PIN-Nummer. Nach dessen Aufsagen vergehen gefühlt lange Sekunden. Dann surrt es wie wild und die Tür ist offen. Mit Schlüssel wäre es vermutlich schneller gegangen.

Vom Keller geht es ins Erdgeschoss. Aus dem Flurfenster sehen wir draußen den Mähroboter seine Kreise ziehen. Im Arbeitszimmer, mit Blick auf den Garten, die erste Demo: „Alexa, schalte Garten ein.“ Die Gartenlaternen leuchten auf. „Alexa, schalte Garten rosa.“ Die Laternen wechseln ihre Farbe von weiß in rosa. Die Amazon-Sprachassistentin ist allgegenwärtig, Alexa ist der rote Faden im Haus.

Im Badezimmer treffen wir unentwegt auf Zahlen und Daten. Die smarte Körperwaage sagt den Body-Mass-Index an, der Duschschlauch blendet den aktuellen Wasserverbrauch ein.

Nach wenigen Stunden ergibt sich ein differenziertes Bild, was im Alltag praktisch ist und was stört: Der 1500 Euro teure Nahdistanz-Beamer von Sony, der in der Küche sein Bild auf die Tischplatte wirft und per Touch bedienbar ist, fasziniert. Die per Sprache steuerbaren Jalousien sind bequem. Die Kamera vor der Tür ist praktisch. Und dass man von unterwegs ein Livebild des Kühlschrankinhalts abrufen kann, um zu sehen, was einem fehlt, ist nützlich.

Aber das „Zuhause 18“ zeigt eben auch, wo die Fallstricke liegen: Den Spiegel im Flur mit einem tablet-großen Display hat man schnell über. Die allgegenwärtige Alexa dürfte mancher als beklemmend empfinden. Und die per Alexa fernsteuerbare Kaffeemaschine erfordert so viel menschlichen Einsatz vor Ort, dass selbst den Vorführenden rasch klar wird: „Wenn Sie den Knopf drücken, geht es wahrscheinlich schneller.“ Das größte Defizit ist die Steuerbarkeit. Sie ist zu sehr an bestimmte Worte geknüpft. Die Intelligenz, wirklich zu verstehen, fehlt noch.

Als nach ein paar Stunden die Tür des „Zuhause 18“ hinter mir zuklappt, sprechen das Haus und ich doch eine Sprache. Das Experiment ist geglückt. Angst haben muss man vor dem Smart Home im Jahre 2018 jedenfalls nicht. Das Schlimmste, was einem passieren kann, ist derzeit noch, dass nichts passiert.

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