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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Spott und Häme statt idyllische Kampagne

23.01.2020

Oldenburger Land /Berlin Das ging nach hinten los: Auf Twitter wollte CDU-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner unter dem Hashtag „Dorfkinder“ für die Kampagne des Landwirtschaftsministeriums zur Stärkung ländlicher Regionen werben – mit idyllischen Bildern und Sätzen wie „Dorfkinder sind zur Stelle. Da wo man sie braucht“, dazu ein Bild einer Jugendfeuerwehr. Oder „Dorfkinder behalten das ganze Team im Blick“, dazu ein Bild eines Jugendfußball-Teams. Ein Bekenntnis zum Landleben sollte es sein – quasi Werbung für das Leben auf dem Dorf.

Doch im Netz kommt das gar nicht gut an. Für viele ist das Ganze mehr PR als Politik – und so ließen die Konter nicht lange auf sich warten. Statt Applaus für Engagement und den Willen, Dörfer ins Gespräch zu bringen, hagelte es Kommentare dazu, was dort eben nicht besonders gut läuft. Der öffentliche Nahverkehr beispielsweise, schreibt ein Nutzer bei Twitter: „#Dorfkinder gehen von Zuhause weg, weil attraktiver ÖPNV fehlt.“ Oder auch das langsame Internet: „#Dorfkinder können diesen Tweet nicht abrufen, weil die Bundesregierung den #Netzausbau verbockt hat.“ Manche heben auch die Folgen der Agrarpolitik hervor.

Leicht hat es Ministerin Julia Klöckner bei der ländlichen Bevölkerung ohnehin gerade nicht, insbesondere bei den Landwirten. Auf den jüngsten Demos spürte sie starken Gegenwind.

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Auch im Nordwesten ist die Kampagne aufgefallen. Die Meinungen fallen in der Region allerdings unterschiedlich aus. Manche sehen die Aktion sogar positiv. Die NWZ hat bei vier Junglandwirten nachgefragt.

„Ich bin der Meinung, dass Frau Klöckner sich wichtigeren Dingen widmen sollte. Bis jetzt hat sie nur Aufkleber, Label und Kampagnen gestartet und wir Landwirte gehen so langsam am Stock. Man kann nichts planen für die Zukunft und so werden wir Junglandwirte total ausgebremst“, schreibt beispielsweise Dirk Freese aus Hundsmühlen.

Renke von Seggern aus Dingstede hält die Kampagne für Ideologie. Die Politik habe sich in den vergangenen Jahren eher in Richtung industrielle Landwirtschaft bewegt und meine nun, mit einer Kampagne wie dieser die Welt zu retten.

Etwas positiver sieht es Carsten Behrens aus Düngstrup. Denn es sei „immerhin mal kein negativer Bericht.“ Es sei ja nun mal so, dass das Dorfleben durch die Dorfkinder und die Landwirtschaft geprägt werde, wie auch durch Vereine, Freiwillige Feuerwehren und so weiter. „Wir dürfen nun nicht anfangen alles zu verteufeln, was Frau Klöckner von sich gibt.“

Ähnlich sieht es Onno Osterloh aus Ganderkesee. Vielleicht könne so das „Dorftrottel-Image“ aufgehoben werden. „Ich sehe es nicht als ihre Kernkompetenz an, finde es aber positiv, dass etwas für das Land getan wird. Wenn man damit dem Auseinanderdriften von Stadt und Land entgegenwirken kann, dann finde ich das gut.“ Frau Klöckner solle dabei aber nicht ihre eigentlichen Aufgaben vergessen.

Tonia Hysky Redakteurin / Newsdesk
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