NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Gewinner Des Nwz-Strickwettbewerbs: Dreieckstücher im Quadrat

16.03.2018

Oldenburger Land Es war eine einfache Frage, die wir am 1. März gestellt haben. Wir wollten von Ihnen wissen: Wie kreativ strickt die Region? Ihre Antwort auf den Strickwettbewerb war klar und deutlich. 80 Einsendungen erreichten uns in den vergangenen Tagen per Mail und auch Post. Darunter jede Menge spannender Entwürfe und Farbkombinationen.

Die Vorgabe war simpel: Ein Dreickstuch aus rechten Maschen und Zunahmen. Farben und Muster waren die kreative Herausforderung. Und was Strickerinnen in der Region daraus gemacht haben, hat unsere NWZ-Jury begeistert. Enkel sendeten Fotos im Namen der Großmütter ein, Ehemänner Tücher der Ehefrauen. Die jüngste Teilnehmerin war 24, die älteste Teilnehmerin 81, Ihre Rückmeldung war groß und positiv.

„Ich freue mich sehr über diesen Strickwettbewerb, weil damit heute die Aufmerksamkeit auf selbstgemachte Sachen gelegt wird. Stricken macht Spaß – und kann süchtig machen!!!“ schrieb Teilnehmerin Eva Benken aus Wardenburg. Eva Scheffler aus Rastede kommentierte ihre Einsendung mit „Tolle Aktion!“. Claudia Kreutz aus Jaderberg wurde zwar nicht rechtzeitig fertig, wollte sich aber trotzdem melden „und euch sagen, dass ich es ganz toll finde, dass so junge Mädels wie ihr euch fürs Stricken begeistert und andere damit ansteckt!“.

Einige unserer Leserinnen haben aufgrund des Wettbewerbs etwas ganz Neues ausprobiert. „Obwohl ich viel stricke, hatte ich noch nie ein Dreieckstuch in kraus rechts gefertigt, das kam mir immer zu schlicht vor. Ich war dann überrascht, wie viel Spaß es doch gemacht hat, dieses Tuch zu stricken“, schrieb Christiane Pröllochs aus Oldenburg.

Einige Teilnehmerinnen haben uns auch geschrieben, wie sie zu dem Hobby gekommen sind. Manche Geschichten waren witzig, andere rührend, so wie die von Silke Röseler aus Westerstede. Sie kam erst mit 42 Jahren zum Stricken – als ihre Mutter im Sterben lag. „Früher wollte ich vom stricken nichts hören“, erzählt die 47-Jährige im Interview. „Meine Mama hat seit ihrer Kindheit gestrickt und uns natürlich auch alles mögliche gestrickt.“ Als Kind fand sie das allerdings nicht immer so schick, gesteht sie lachend. „So rosa Zopfmusterpullis...das war jetzt nicht das Highlight als Kind, naja.“ Aber auch für die Erwachsenen Kinder hat die Mutter weiter gestrickt. Schals, Socken, Westen. Silke Röseler liebte die selbst gemachten Sachen. Aber selbst mit dem Stricken anzufangen, das kam ihr nicht in den Sinn. „Das war doch Mamas Ding.“ Aber dann kam die Diagnose Krebs, und Silke Röseler wusste, dass ihre Mutter den Kampf verlieren würde. Und sie wusste noch etwas: „ich musste Stricken lernen. Ich wollte diesen Teil von Mama bei mir behalten.“ Also nahm sie sich Urlaub, setzte sich zu ihrer Mutter. „Ich habe gesagt, sie solle mir bitte das Socken stricken beibringen.“ Und jeder, der Stricken kann, der weiß was das bedeutet.

Socken stricken ist technisch anspruchsvoll, nicht zuletzt weil man mit 5 Nadeln strickt statt den üblichen zwei. Heute weiß Silke Röseler das auch. „Ich weiß auch nicht, was mich da geritten hat. Wenn ich mit dem Schwierigsten anfange – dachte ich mir zumindest – kann ich dann bestimmt alle anderen Sachen auch stricken.“ Heute ist ihr klar: „Das war ein Trugschluss.“ Dennoch: Ihre Mutter hat Silke Röseler mit „Engelsgeduld“ gezeigt, wie man Socken strickt. „Oft hat sie das, was ich in mühenvollen Stunden gestrickt habe, mit einem Handumdrehen wieder aufgeribbelt, weil irgendwo ein Fehler war.“

Was sie damals sagte, nimmt die gelernte Floristin aus Westerstede bei heute mit: „Sie sagte, dass muß du wieder aufmachen- sonst guckst du später immer wieder darauf. Wie Recht sie hatte!“ Interessante Einblicke gaben die Einsendungen auch. Von Leserin Sandra Horn lernten wir beispielsweise, dass man an ihrer Schule früher sogar im Unterricht stricken durfte. Die Strickjury hatte es also nicht leicht. Die ersten drei Plätze erhalten Veranstaltungskarten, der erste Platz zusätzlich eine Tüte Wolle. Nur die ersten drei Plätze bekommen einen Preis.

So hat die Jury entschieden:

Jetzt hat die dreiköpfige Jury entschieden. Ronja Diedrichs ist Bloggerin aus Oldenburg, Mirjam Storch führt den Wolladen „Eine Tüte Wolle“ in Oldenburg und NWZ-Redakteurin Sharon Beatty strickt ebenfalls selbst. Ihr Urteil:

Den 1. Platz belegt Sandra Zeitzmann aus Bad Zwischenahn mit einem Tuch in angesagten Pastelltönen. „Das moderne Farbkonzept und die Kombination mit den dünnen Streifen hat uns überzeugt“, sagt Jurorin Mirjam Storch.

Platz 2 bekommt Tamara Clausen aus Oldenburg für ihr Tuch in farbenfrohen Blockstreifen. Eigentlich hatte sie das Stricken aufgegeben, die Nadeln waren schon verkauft. „Aber die Wollreste wollte niemand“, erzählt sie, als sie die Nachricht vom 2. Platz bekommt. „Die hab ich dann für das Tuch benutzt. Jetzt habe ich wieder richtig Spaß am Stricken!“, erzählt die 61-Jährige.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Platz 3 geht an Susanne Bienert aus Jade für ihr Tuch-Gemälde. „Als Garn habe ich Reste von Sockenwollen, recyceltes Wollgarn und selbstgesponnenes Garn aus Restwolle verwendet“, schrieb sie per Mail, „das Bild entstand aus Vorfreude auf den hoffentlich bald beginnenden Frühling.“

Wir gratulieren allen Gewinnern️!

Sharon Beatty Redakteurin / Regionalredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2051
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.