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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Feinstaub – Das verschleppte Problem

19.01.2019

Oldenburger Land Die Feinstaubdebatte erhitzt nun auch die Landwirtschaft: Als „absurd“ und in keiner Weise nachzuvollziehen bezeichnet der Kreisgeschäftsführer des Landvolkverbandes Vechta, Dr. Friedrich Willms, das Ergebnis einer Studie, wonach die Massentierhaltung Schuld am vorzeitigen Tod von etwa 50.000 Menschen pro Jahr trägt.

Tatsächlich ist das Problem nicht neu. Bereits 2015 hatte Prof. Dr. Johannes Lelieveld vom Max-Planck-Institut für Chemie in einer Studie die Landwirtschaft zum größten Feinstaubverursacher in Europa erklärt. Damals hatte Lelieveld, aus dessen Feder auch die neue, noch unveröffentlichte Studie stammt, die Zahl der dadurch verursachten vorzeitigen Todesfälle durch Schlaganfälle, Herzinfarkte, Atemwegserkrankungen und Lungenkrebs in Deutschland allerdings noch mit etwa 16.000 beziffert.

Der Streit um Zahlen rückt ein altes Problem nun wieder ins Rampenlicht: Obwohl sich Deutschland bereits 1999 verpflichtet hatte, die Ammoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft zu vermindern, sind sie nach Angaben des Umweltbundesamtes seitdem sogar leicht gestiegen. Von 650 (1999) auf 663 Kilotonnen in 2016. Vorgesehen ist als Höchstgrenze seit 2010 eigentlich die Menge von 550 Kilotonnen.

Hintergrund: In der Luft verbindet sich Ammoniak, das aus der Gülle ausgast, mit anderen Stoffen zu Feinstaubpartikeln mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern. Diese extrem kleinen Partikel gelten als besonders gefährlich, weil sie tief in die Lunge eindringen und dort Krebs auslösen können.

Wie weit sich diese Partikel über das ganze Land verbreiten, hatte bereits im Jahr 2003 eine Untersuchung gezeigt, bei der Feinstaubwerte von Messstationen in Hannover und Bösel (bei Friesoythe) miteinander verglichen wurden. Fazit der Forscher: Um den Feinstaub in Niedersachsen zu senken, müssen flächendeckend die Gülleemissionen angegangen werden.

Obwohl sich das in den Gesamtwerten nicht ablesen lässt, sei aufseiten der Landwirte bereits viel getan worden, betont Willms. So gebe es in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg inzwischen eine sehr hohe Dichte an modernen und wirkungsvollen Filteranlagen. Und auch bei der Düngung gebe es seit dem vergangenen Jahr die Pflicht, Wirtschaftsdünger, der ebenfalls Ammoniak freisetzt, innerhalb von vier Stunden einzuarbeiten.

Dem Ziel der Reduzierung des Feinstaubs steht allerdings das Tierwohl im Weg. So weist Willms darauf hin, dass durch mehr Offenstallhaltung die Feinstaubemission steigt, da offene Ställe und Wiesen über keine Filter verfügen. „Die Frage, wie dieses Spannungsfeld gelöst werden soll, hat die Gesellschaft bislang nicht beantwortet.“

Jörg Jung Redakteur / Regionalredaktion
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