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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Skandal um TBC-Fälle in Schlachthöfen weitet sich aus

15.12.2018

Osnabrück /Cloppenburg Der Skandal um den Einsatz von an Tuberkulose erkrankten Wanderarbeitern in der Fleischindustrie weitet sich aus: Inzwischen wurden auch aus Schlachthöfen in Essen/Oldenburg und dem Landkreis Osnabrück TBC-Fälle bekannt. Eine Sprecherin des Landkreises Cloppenburg räumte indes ein, dass ein rumänischer Arbeiter aus dem Vion-Schlachthof in Westeremstek, der vom Landkreis am Donnerstag gegenüber der NWZ noch als „erkrankt“ eingeordnet worden war, zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war.

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> Offene TBC bei mehreren Schlachthofmitarbeitern

Ebenfalls erst am Freitag räumte der Landkreis Cloppenburg ein, dass auch im Schlachthof von Danish Crown in Essen Mitarbeiter eingesetzt wurden, die an offener TBC litten. Wie viele Lungenkranke dort im Einsatz waren, sei jedoch unbekannt. Da diese Arbeiter im benachbarten Landkreis Osnabrück wohnen, werden ihre Fälle von dort bearbeitet.

Auf Nachfrage bestätigte der Landkreis Osnabrück, dass dem dortigen Gesundheitsamt in diesem Jahr bereits vier Fälle von offener TBC aus der Fleischindustrie gemeldet wurden. In den fünf Jahren zuvor seien es insgesamt lediglich neun Fälle gewesen. Betroffen waren auch dort Wanderarbeiter aus Polen und Rumänien.

Mit klaren Worten reagiert der NGG-Geschäftsführer für den Bereich Oldenburg/Ostfriesland, Matthias Brümmer, auf den Skandal: „Das System ist auf Ausbeutung ausgelegt, krank und kaputt“, so der Gewerkschafter gegenüber der dpa. Noch vor 30 Jahren sei jeder Schlachthof-Mitarbeiter regelmäßig ärztlich untersucht worden.

Im Landesgesundheitsamt sahen sich die Verantwortlichen am Freitag außer Stande, die Situation zu bewerten. Gleichzeitig äußerte sich ein Sprecher jedoch überrascht, dass fast jede zweite Kontaktperson positiv auf TBC-Antikörper getestet wurde. Üblicherweise werde bei Kontakt mit Personen, die an offener TBC erkrankt sind, nur jeder Fünfte angesteckt.

Die Gruppe Grüne/UWG im Kreistag Cloppenburg will das Thema derweil bei der Sitzung am 18. Dezember ansprechen. So wird die Verwaltung aufgefordert, die Politik über den aktuellen Sachstand und Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung aufzuklären.

Jörg Jung Redakteur / Regionalredaktion
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