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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Nach Todesfällen – Meyer Werft will an Image arbeiten

14.07.2018

Papenburg Der 13. Juli 2013 war ein schwarzer Tag für Papenburg, die Meyer Werft und ihre Mitarbeiter. Zwei Schweißer aus Rumänien, 45 und 32 Jahre alt, starben bei einem Feuer in ihrer Unterkunft. Beide arbeiteten für die Werft, waren aber nicht bei ihr direkt angestellt, sondern bei einem Subunternehmer.

Eine Kommission stellte wenige Monate später in einem Untersuchungsbericht unhaltbare Arbeits- und Wohnbedingungen osteuropäischer Werkvertragsarbeiter fest. Die Werft reagierte, verabschiedete eine Sozialcharta, rief eine Task Force ins Leben und einigte sich mit der IG Metall auf einen Tarifvertrag für Werkarbeiter.

Doch in diesem Frühjahr veröffentlichte der „Spiegel“ eine Reportage über einen rumänischen Werkarbeiter, der unter anderem angeblich von dem Subunternehmer gezwungen wurde, 15 Stunden täglich zu arbeiten. In dem Artikel ist von einem „Klima der Angst“ die Rede. Wieder dunkle Flecken auf dem Image der Werft, und viele Beobachter fragen sich: Hat Meyer wirklich aus der Brandkatastrophe gelernt?

Enge Vorschriften

Es gebe Vorschriften und Regeln, die Vertragsunternehmen hätten ein enges Korsett, sagt der Kommunikationschef der Werft, Paul Bloem. Allerdings werde die Werft nicht ausschließen können, dass es zu Verstößen kommt. Bekomme das Unternehmen mit, dass sich ein Subunternehmer nicht an Regeln hält, werde zunächst mit dem Unternehmer gesprochen. „Wenn die Vorwürfe belegbar sind, sagen wir den Unternehmern: Stellt sie ab“, sagt Bloem. „Es wird in speziellen Gremien bei uns bewertet, damit wir alle Fakten auf dem Tisch haben, und dann wird es der Unternehmensleitung vorgelegt, um zu entscheiden: Kriegt die Firma noch eine Chance, oder ist es eine, mit der wir nichts mehr zu tun haben wollen.“

In dem Fall, den der „Spiegel“ aufgegriffen hat, ist das Unternehmen inzwischen zu der Erkenntnis gekommen, dass sich die Vorwürfe bislang nicht belegen lassen. Eingeschaltet zur Aufklärung sind Zoll und Staatsanwaltschaft. Die Werft beauftragte zudem eine Düsseldorfer Anwaltskanzlei, den Fall aufzuarbeiten. Die Behörden konnten bislang keine Verstöße nachweisen. Aber es bleiben Zweifel, die Kanzlei sieht „Verbesserungspotenzial“ – und die Werft will Maßnahmen ergreifen. So muss der Subunternehmer künftig regelmäßig belegen, dass mindestens der Mindestlohn an die Mitarbeiter ausgezahlt wird und dass Mehrarbeit vergütet oder durch Freizeit ausgeglichen wird. Sollten Ermittlungen der Behörden doch noch Verstöße ergeben, solle die Zusammenarbeit beendet werden.

Kritik von Gewerkschaften

Kritik an dem Vorgehen der Werft kommt von den Gewerkschaften: „Ich bin wirklich enttäuscht, dass die Meyer Werft die Arbeit mit dieser Firma nicht einstellt“, sagte Daniela Reim von der mobilen Beratungsstelle Arbeit und Leben. Seit 2013 habe sich schon vieles verbessert, sagte sie. Aber noch immer berichteten Arbeiter von Missständen, gekürzten Löhnen und fehlenden Krankenversicherungen.

Der neu gewählte Betriebsrat will sich künftig stärker um das Thema Werkarbeit kümmern, sagt Uwe Sap, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender.

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