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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Forschung: Plattfische vom platten Land sollen Appetit machen

27.03.2014

Bremerhaven Die Japanische Flunder macht ihrem Namen alle Ehre. „Plattfische liegen meistens rum“, sagt Matt Slater, Leiter der Marinen Aquakultur des Bremerhavener Instituts für Marine Ressourcen (Imare). Die knapp 1000 rund zehn Zentimeter großen Exemplare, die das Institut aus Korea importiert hat, liegen auf dem Boden eines großen Wasserbeckens. Mit den exotischen Plattfischen hat das Imare zusammen mit Industriepartnern – der Restaurantkette Nordsee, dem Kunststoffverarbeiter IKZ und dem Fischereiausrüster Engelnetze – Großes vor: Zwei Jahre lang soll geprüft werden, ob die Zucht der bislang unbekannten Plattfische in Deutschland rentabel und nachhaltig möglich ist – und ob es für sie einen Markt gibt.

„Flavour“ heißt das von der Europäischen Union geförderte und von Imare-Biologe Mirko Bögner geleitete wissenschaftliche Projekt. „Es ist paradox“, sagt Bögner. „Die Deutschen essen am liebsten Seefische, gezüchtet werden hier aber fast nur Süßwasserfische.“

Zeit für ein Umdenken

Angesichts der Überfischung der Meere sei es an der Zeit für ein Umdenken. In Korea zum Beispiel wird Aquakultur mit Seefischen schon lange betrieben. Auf diese Erfahrungen greifen die Wissenschaftler in Bremerhaven zurück, um zukünftig die Plattfische in geschlossenen Kreislaufsystemen auch hier in Deutschland nachhaltig züchten zu können. „Das Becken ist eine Art Meer ohne Meer“, sagt Slater. Auf Antibiotika- und Hormonvergabe wird komplett verzichtet.

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Schonende Sortierung

Auch die Sortierung der Fische nach Größe soll schonend sein. Normalerweise werden die Tiere automatisch etwa durch Rohre geschleust, aus denen sie durch unterschiedlich große Öffnungen fallen. „Das bedeutet immer ein wenig Stress für die Fische“, sagt Matt Slater, Leiter der Marinen Aquakultur. In den Testanlagen von Imare sollen die Fische sich freiwillig selbst sortieren.

Das funktioniert mithilfe eines größenverstellbaren Gitters im Becken, durch dessen unterschiedliche Öffnungen die entsprechend breiten Fische in ein anderes Bassin schwimmen können, angelockt vom Futter. „Erste Versuche haben gezeigt, dass die Fische das verstehen“, sagt Mirko Bögner. „Wird der Stress reduziert, fressen die Fische besser und sind auch weniger krankheitsanfällig.“

In der Anlage wird neben der Japanischen Flunder auch die Sternflunder gezüchtet. „Beide können bislang noch nicht in Deutschland gekauft werden“, sagt Dietmar Hoffmann, Leiter des Qualitätsmanagements von Nordsee. In Asien ist der hochpreisige Fisch dagegen ein Verkaufsrenner. Vor allem für Sushi und Sashimi wird er viel genutzt. Hoffmann hofft nun auf einen Erfolg auch in Deutschland. Für die Aquakultur sind die Plattfische jedenfalls gut geeignet: „Sie wachsen schnell und sind nicht krankheitsabhängig“, sagt Mirko Bögner.

Zucht auch in Bayern

Der Vorteil von Aquakultur liegt für ihn auf der Hand: „So könnte auch in Bayern Meeresfisch gezüchtet werden.“ Lange Wege könnten so vermieden werden und der Fisch noch frischer als bisher auf den Tellern der Verbraucher landen.

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