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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Prozess gegen Stolberg wird ausgeweitet

17.11.2016

Bremen /Oldenburg Mit einem neuen Beweisantrag der Staatsanwaltschaft ist der Bremer Prozess um den Zusammenbruch der Reederei Beluga am Mittwoch erheblich ausgeweitet worden. Dabei geht es um einen Aspekt, der nach Ansicht der Verteidiger des früheren Reedereichefs Niels Stolberg längst erledigt ist.

Die Staatsanwaltschaft will die Unterlagen mehrerer Zivilprozesse vor dem Landgericht Stade in das Bremer Verfahren einbeziehen, um dem inzwischen in Oldenburg lebenden Stolberg doch noch einen Betrug in Höhe von 10 Millionen Dollar an einem Hamburger Reeder nachzuweisen.

Die Anklage wirft Stolberg vor, er habe den Hamburger Reeder beim Verkauf von vier Schiffen um jeweils 2,5 Millionen Dollar geprellt, weil er entsprechende Provisionszahlungen von der Werft verschwiegen habe. Dies hatte der Reeder als Zeuge im Bremer Prozess zurückgewiesen und ausgesagt, ihm sei keinerlei finanzieller Schaden entstanden. Der Kaufpreis habe dem Wert der Schiffe entsprochen und bei der Preisfestlegung seien die späteren Frachtraten berücksichtigt worden, die Stolberg an ihn zu bezahlen hatte.

SPEZIAL: Alles zum Stolberg-Prozess

Diese Aussage war überraschen für die Staatsanwaltschaft, und hat ein Verfahren wegen uneidlicher Falschaussage gegen den Hamburger Reeder eingeleitet.

Die Prozessakten aus Stade sollen nun zeigen, dass es dem Hamburger Reeder in Wirklichkeit doch „von maßgeblicher Bedeutung“ gewesen sei, dass es sich bei den vereinbarten Schiffspreisen um reine Netto-Baupreise gehandelt habe. In den Zivilverfahren war es um bautechnische Streitfragen zwischen der Reederei und der chinesischen Bauwerft gegangen.

Stolbergs Verteidiger halten den neuen Beweisantrag für „komplett überflüssig“. Den Akten könnten zum einen nur indirekte Hinweise entnommen werden, es gebe keine eigene Aussage des Reeders – im Gegensatz zum Bremer Verfahren, wo er als Zeuge vernommen worden sei. Außerdem stehe inzwischen unzweifelhaft fest, dass es in diesem Fall keinen Vermögensschaden gegeben haben könne, weil die Schiffe eindeutig den ausgemachten Preis wert gewesen seien.


Mehr Berichte zum Thema   www.nwzonline.de/beluga-krise 
Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055

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Beluga | Staatsanwaltschaft

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