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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Rezepte für gesunde Versorgung auf dem Land

07.11.2019

Rastede Einerseits altern mit der Gesellschaft auch die Ärzte, und viele möchten in absehbarer Zeit die Praxis abgeben. Andererseits fehlen für potenzielle Praxisnachfolger häufig die Anreize, sich auf dem Land niederzulassen. Über die Frage, wie sich die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum auch künftig sicherstellen lässt, sprachen Experten am Mittwoch beim 11. Genossenschaftstag des Genossenschaftsverbands Weser-Ems (GVWE) in Rastede.

Niedersachsens Gesundheits- und Sozialministerin Carola Reimann (SPD) sprach sich etwa für mehr kooperative Versorgungsformen aus. Diese stärkten das Zusammenarbeiten in Teams und erleichterten etwa auch Teilzeitbeschäftigung. Auch deswegen unterstütze die Landesregierung die Gründung von kommunalen medizinischen Versorgungszentren (MVZ) mit bis zu 50 000 Euro.

Stipendienprogramm für Medizinstudenten

Ein weiterer Ansatz, um den Mangel an Hausärzten auf dem Land zu bekämpfen, ist aus ihrer Sicht das Stipendienprogramm des Landes für Medizinstudenten, die planen, eine Tätigkeit als Hausarzt in einer ländlichen Region aufzunehmen. „Die gute Resonanz beim Medizinernachwuchs zeigt, dass das Interesse an einer hausärztlichen Niederlassung auf dem Land da ist“, meinte Reimann.

Offen zeigte sich die Ministerin auch für innovative, neue Ansätze wie Telemedizin. Gerade in strukturärmeren Regionen könne sie ein ergänzender Baustein für eine gute medizinische Versorgung sein. „Sie erspart Wege und Wartezeiten“, sagte sie.

Ärztemangel bei Hausärzten

Wie sich die Versorgungslandschaft ändert, zeigte Helmut Scherbeitz, Geschäftsführer der Bezirksstelle Oldenburg der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), auf. „Wir steuern auch bei Hausärzten auf einen Ärztemangel zu“, sagte er mit Blick auf die Bedarfsplanung und die Prognose für 2030. Besondere Brennpunkte seien etwa Teile des Landkreises Cloppenburg, der Bereich Leer-Süd und Nordenham.

Problem: Gerade bei Hausärzten werde die medizinische Versorgung heute noch überwiegend über Einzelpraxen gewährleistet. Doch diese seien immer schwieriger zu besetzen. „Die junge Generation hat heute ein ganz anderes Selbstverständnis vom Beruf“, sagte er. Die Medizin werde weiblich. Heute seien 70 Prozent aller neuen Ärzte Frauen. Viele von ihnen wollen nicht allein selbstständig sein, sondern wünschten sich Kooperation. Auch hätten Familie und Freizeit heute eine ganz andere Bedeutung. Der Trend gehe zu mehr Teilzeit und mehr Anstellung. Doch dies lasse sich häufig nur in größeren Einheiten umsetzen.

Aus Sicht von Scherbeitz ist eine Stärkung ärztlicher Kooperationen notwendig, auch MVZ spielten zunehmend eine Rolle. Notwendig sei überdies eine stärkere Zusammenarbeit mit Kommunen, mehr Telemedizin und auch der Ausbau des ÖPNV.

Chancen durch Ärztegenossenschaften

Für Ärztegenossenschaften warb GVWE-Verbandsdirektor Johannes Freundlieb. „Ärztegenossenschaften leisten einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung der regionalen Versorgungsstruktur“, sagte er. Sie böten Chancen, weil durch sie eine ortsnahe Gesundheitsversorgung gewährleistet werden könne. Durch eine Ärztegenossenschaft könne das unternehmerische Risiko abgemildert werden, erläuterte er. Und sie erleichterten auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und ermöglichten Teilzeitbeschäftigung.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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