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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

„Schüler müssen Wirtschaft verstehen“

17.10.2011

FRAGE: Herr Loerwald, alle Welt ruft nach mehr Ingenieuren. Deshalb wird oft gefordert, junge Menschen vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern stärker zu fördern. Wie steht es denn um die ökonomische Bildung?

LOERWALD: Es ist ein wesentliches Ziel der Schule, Kinder und Jugendliche dazu zu befähigen, die Welt zu verstehen. Ob und in welchem Umfang ein Schulfach an allgemein bildenden Schulen unterrichtet werden soll, hängt also unter anderem davon ab, ob die in diesem Fach vermittelten Kompetenzen zur Lebensbewältigung und zum Weltverständnis beitragen können. Weil im Alltag der einzelnen Menschen insgesamt zahlreiche ökonomische Herausforderungen bewältigt werden müssen, sollten Schülerinnen und Schüler auch mit ökonomischen Kompetenzen ausgestattet werden.

FRAGE: Kommt das Thema Wirtschaft zu kurz in der Schule?

LOERWALD: Das hängt vom Bundesland und von der Schulform ab. Die ökonomische Bildung hat in den vergangenen Jahren in manchen Bundesländern eine Aufwertung erfahren. Insbesondere in Niedersachsen gibt es nach jahrelangen Bemühungen vergleichsweise gute Bedingungen: An den Realschulen ist die Wirtschaft fest im Fächerkanon verankert und darüber hinaus können die Schüler die erworbenen Basiskompetenzen seit diesem Schuljahr in einem Profil Wirtschaft vertiefen. Von bundesweit einheitlichen Mindeststandards sind wir leider noch weit entfernt.

FRAGE: Wie sieht denn der ideale Unterricht zum Thema Wirtschaft aus?

LOERWALD: Wirtschaftsunterricht sollte praxisnah und problemorientiert sein. Wirtschaft findet im Leben aller Schüler statt. Das kann man nutzen, um die zum Teil nicht ganz einfachen ökonomischen Zusammenhänge der Dinge sichtbar und nachvollziehbar zu machen. Die Verknüpfung von ökonomischer Theorie und wirtschaftlicher Praxis kann eine Auseinandersetzung mit authentischen Problemen ermöglichen. Für einen solchen Unterricht bietet die hier in der Region verankerte Initiative „Wigy – Wirtschaft verstehen“ zahlreiche Ideen und Beispiele.

FRAGE: Nun forschen Sie und Ihre Kollegen ja auch zu diesem Thema: Was sind die neuesten Erkenntnisse?

LOERWALD: Es ist zu beobachten, dass wirtschaftliche Inhalte oftmals nur vereinzelt und unsystematisch unterrichtet werden. Das hat zur Folge, dass grundlegende ökonomische Kenntnisse nicht vermittelt und Zusammenhänge nicht sichtbar werden. Am Institut für Ökonomische Bildung wurde deshalb ein Gesamtkonzept von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe II erarbeitet, in das die einzelnen Bildungsanliegen wie die Energiebildung oder die Berufsorientierung systematisch eingebettet werden. Im Rahmen meiner Professur an der Uni Oldenburg und in der Abteilung „Schulpraxis und Unterrichtsforschung“ des von Professor Kaminski geleiteten An-Instituts, soll auf der Basis eines solchen Gesamtkonzepts eine anwendungsorientierte und empirisch ausgerichtete Unterrichtsforschung realisiert werden.

Norbert Wahn Redakteur / Politikredaktion
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