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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Cramer Ampts Mahl: So klappt’s mit dem Nachbarn

16.06.2017

Vordersten Thüle Beherzte Plädoyers für eine Verstärkung der Beziehungen zwischen Nord-Holland und Weser-Ems haben der Vorsitzende der wirtschaftlichen Vereinigung „Der kleine Kreis“, Martin Steinbrecher, als auch der Ehrengast, René Paas, Kommissar des Königs der Provinz Groningen in den Niederlanden, anlässlich des „cramer ampts mahls“ gehalten. Zum 45. Mal neuer Zeitrechnung wurde das ausgerichtet. 144 führende Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Gerichten und Verbänden in Pollmeyers Bauernstuben in Vordersten Thüle konnte Steinbrecher dazu begrüßen.

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Viel sei bereits auf dem Weg, sagte Steinbrecher und erinnerte an die Kooperationen in Bezug auf die Hanse Law School oder die European Medical School. Gerade letztere, einzigartig in Europa durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, brauche nun den Einsatz des Landes Niedersachsen. Herausforderungen gebe es gleichwohl. Auf dem Weg sei immerhin mit dem geplanten Ausbau der E 233 ein Schlüsselprojekt. Die Planungen für die „Wunderlinie“, die grenzüberschreitende Zugverbindung von Groningen über Leer und Oldenburg nach Bremen, seien durch die irreparabel beschädigte Friesenbrücke bei Weener ins Stocken geraten. Mittlerweile habe der Bund signalisiert, den Neubau finanzieren zu wollen. Ein Neubau werde aber erst 2024 fertig – eine „Brückenposse“, nannte das Steinbrecher.

Auch René Paas nannte den Bau der Brücke wichtig. Allerdings müsse der Bahnverkehr dort reibungslos rollen können, erteilte er einem Vorrang des Schiffsverkehrs gegenüber dem Bahnverkehr dort eine klare Absage. Nur gemeinsam könne man für ein gesünderes und stärkeres Europa kämpfen. Dafür müssten Kräfte gerade in den Grenzregionen gebündelt werden. Seit Jahren werde über eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Regionen geredet. „Nun ist es an der Zeit, etwas zu unternehmen.“ Einen Fahrplan hatte der Kommissar auch gleich ausgearbeitet, um „Begeisterung“ für Nordholland zu wecken. „Seien Sie neugierig“, forderte er die Vertreter auf – nämlich auf den Nachbarn. „Sprechen Sie die Sprache des Anderen“. Die Hiobsbotschaft: Immer weniger junge Niederländer lernten noch deutsch. Das schränke die Jugendlichen aus den Grenzregionen ein, jenseits der Grenze einen Job zu finden, obwohl hier Fachkräfte gesucht seien. Zeugnisse und Abschlüsse müssten gegenseitig anerkannt werden.   „Besuchen Sie einander“ – etwa für Sportveranstaltungen oder für Kulturveranstaltungen. Auch der Besuch von Handelsdelegationen sei sinnvoll, um Geschäfte miteinander zu machen und auch voneinander zu lernen.   „Denken Sie in Chancen und nicht in Schwierigkeiten“ – nur so könne den Reden nun endlich auch Taten folgen für eine gemeinsame Zukunft.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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