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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Photovoltaik: Sonnenenergie noch effektiver „ernten“

17.06.2011

OLDENBURG Seit Jahren schon prägen Solarzellen das Erscheinungsbild von Dächern und Freiflächen. Und entgegen aller Vorurteile ist die eigene Photovoltaik-Anlage auch in unseren Breiten eine durchaus lohnende Investition. Am Ziel ist die Branche deshalb aber noch lange nicht, schließlich gibt es noch jede Menge Optimierungspotenzial: bei den Produktionskosten oder der Installation zum Beispiel, aber auch bei den Wirkungsgraden und beim Rohstoffverbrauch.

Als namhafter Energiestandort ist Oldenburg mittlerweile auch für die Photovoltaik-Branche eine gute Adresse. Thematisch reicht das Spektrum gleich mehrerer Forschungseinrichtungen und Firmen von der Grundlagenforschung neuer Materialien bis hin zur industriellen Umsetzung.

Wie vielfältig die Branche aufgestellt ist, verdeutlicht die Oldenburger IFE Eriksen AG. Kerngeschäft: die Entwicklung und Realisierung von Projekten und Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien. Das Leistungsspektrum umfasst unter anderem die Planung und Realisierung von Solarkraftwerken und den Bau von Fabriken zur Herstellung von Solarmodulen. Bis heute steht die Eriksen-Gruppe für die Errichtung von Solarparks mit einer Leistung von 20 Megawatt.

In noch größeren Dimensionen bewegt sich die 2001 aus der IFE Eriksen heraus gegründete aleo solar AG, die mittlerweile zu den größten Solarmodulherstellern Europas zählt. Das Unternehmen hat im Jahr 2010 einen Umsatz von 553,5 Millionen Euro erwirtschaftet; knapp 150 der insgesamt 900 Mitarbeiter sind in Oldenburg beschäftigt. Pro Jahr werden fast zwei Millionen Solarmodule gefertigt, die auch im Nordwesten für hohe Stromerträge sorgen.

Projekt auf Fliegerhorst

Das ambitionierteste städtische Photovoltaik-Projekt im Nordwesten könnte auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts in Oldenburg entstehen. Zur Diskussion steht im Juli im Stadtrat ein Solarkraftwerk mit über 48 000 Modulen auf 28 Hektar. Das würde reichen, um gut 2600 Haushalte mit Strom zu versorgen.

Bereits in die Realität umgesetzt hat die EWE AG ein Solar-Demonstrationsprojekt am Bremer Weserstadion. Hier sind die Solarzellen in die Stadionwände und das Dach integriert und haben eine aktive Fläche von 16 000 Quadratmetern. Damit handelt es sich um die größte gebäudeintegrierte PV-Anlage in einem Stadion weltweit.

Als Anbieter für Ökostrom ist die NaturWatt GmbH mit Sitz in Oldenburg bereits seit 1998 am Markt. Das Unternehmen steht für Energie, die ausschließlich aus regenerativen Quellen erzeugt wird. Mit den Gewinnen fördert NaturWatt den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Lohnende Erträge lassen sich also bereits heute mit Solaranlagen erzielen. Damit die Energie der Sonne künftig noch effektiver „geerntet“ werden kann, befassen sich gleich mehrere hiesige Forschungseinrichtungen mit Optimierungsansätzen.

So erforscht ein Projekt der Jade-Hochschule die „3D-Modellierung und optimierte Effizienzberechnung von Photovoltaikanlagen“. Entwickelt wird ein System, das alle geometrischen Parameter für die optimale Ausrichtung einer Solaranlage ermittelt.

Effizienz von Solarzellen

Mit der Effizienz der eigentlichen Solarzelle befassen sich gleich zwei Arbeitsgruppen an der Universität Oldenburg: die „AG Halbleiterphysik und Strahlungswandlung“ von Prof. Dr. Gottfried Bauer und die „AG Energie und Halbleiterforschung“ von Prof. Dr. Jürgen Parisi. Im Vordergrund steht dabei die materialwissenschaftliche Untersuchung von verschiedenen Halbleitermaterialien für Dünnschichtsolarzellen.

Um den Wirkungsgrad von Solarzellen gezielt verbessern zu können, analysieren die Oldenburger Wissenschaftler Optimierungspotenziale. Im Interesse der Forscher stehen aber auch andere Materialien wie organische Verbindungen oder auch Halbleiter-Nanopartikel für den Einsatz in Solarzellen.

Auch am EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie Next Energy konzentriert sich das Interesse des Bereichs Photovoltaik auf die Dünnschichtsolarzellen, allerdings auf Basis von Silizium. Das Team um Bereichsleiter Dr. Karsten von Maydell arbeitet inhaltlich nahe an der Industrie, beschäftigt sich aber zusätzlich mit grundlagenorientierten Themen, um den Wirkungsgrad der Technologie weiter zu steigern.

So ist es bereits gelungen, Tandemsolarzellen (die Stapelung von zwei Solarzellen, die unterschiedlich sensibel auf Bereiche des Sonnenspektrum sind) mit Wirkungsgraden von mehr als zehn Prozent zu herzustellen.

Perspektivisch strebt Next Energy an, den nutzbaren Teil des Sonnenspektrums noch weiter auszudehnen, und treibt die Entwicklung der Triple-Junction-Solarzelle (Schichtung von drei Zellen) voran.

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