• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
Maaßen wird nicht befördert und wird Sonderberater
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 22 Minuten.

Parteivorsitzende Einigen Sich
Maaßen wird nicht befördert und wird Sonderberater

NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Massenweise Sand für den Inselstrand

26.07.2017

Spiekeroog /Langeoog Kettenfahrzeuge mit Baggerschaufeln schieben riesige Sandberge vor sich her, Baumaschinen brummen im 24-Stunden-Betrieb, die Vibrationen sind bis in die Zelte spürbar. Der Strand vor dem Zeltplatz der ostfriesischen Insel Spiekeroog hat sich zeitweise in eine Mondlandschaft verwandelt. Dort, wo im Mai noch Kinder am Ufer spielen, ist jetzt Zutritt verboten. Für die Erhöhung des Strandes und die Verstärkung der Dünen werden 80 000 Kubikmeter Sand aufgeschüttet. Die Urlauber tragen es mit Fassung: „Watt mutt, dat mutt. Hauptsache, der Zeltplatz und die Insel sind gesichert“, lauten die Kommentare.

Angriff durch Sturmfluten

Schuld an der größten Baustelle der 800 Einwohner-Insel sind auch die vergangenen Winter. Sturmfluten nagten immer wieder an Spiekeroogs Westseite und trugen zuletzt einen 400 Meter langen Uferstreifen ab. Auch große Stücke der Schutzdünen wurden zerstört. Diese sollen eigentlich den idyllisch gelegenen Zeltplatz und den Südwesten der Insel vor Sturmflut bewahren. Erst vor drei Jahren wurden sie verstärkt, doch das hat den ständigen Zugriff der Wellen nicht stoppen können.

„Dünenbreite und Strandhöhe reichen nicht aus, um im nächsten Winterhalbjahr bei Sturmfluten einen Durchbruch zu verhindern“, sagt Frank Thorenz vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Seit Ende Mai werden daher die Schutzdünen verbreitert und der Strand erhöht, um den Deichfuß zu stützen. Da nicht genug Sand zur Verfügung steht, kommt ein Baggerschiff zum Einsatz. Bei jeder Fahrt saugt es vor der Insel bis zu 7000 Kubikmeter Sand auf. Danach entleert es seine Tanks über eine Pipeline, die das Baumaterial aus dem Meer zur Baustelle an Land spült.

Planierraupen rumpeln

In der heißen Bauphase rumpeln die Planierraupen sogar rund um die Uhr über die Dünen direkt hinter dem Zeltplatz. „Das ist schon ok, es gibt ja keine andere Wahl“, sagt Carsten Hindenburg aus der Schweiz, während er gerade das Mittagessen auf dem Campingkocher zubereitet. Er hätte es aber lieber gesehen, wenn die Bauarbeiten nachts ausgesetzt hätten und stattdessen die Bauphase insgesamt länger geplant worden wäre.

Enge Zeitfenster

Die Küstenschützer haben jedoch nur enge Zeitfenster im Sommer, um nach der Sturmflutsaison im Winter die Schäden zu reparieren. Von der Planungsphase, der Bewilligung der Gelder sowie der Auftragsvergabe vergeht einige Zeit. Und spätestens zu den Herbstürmen müssen die Strände und Dünen wieder sicher sein.

Gut eine Million Euro werden auf Spiekeroog verbuddelt, zugleich geht es auch im XXL-Format auf der Nachbarinsel Langeoog weiter. Dort wird der Strand bis September mit 600 000 Kubikmetern verstärkt, um das Pirolatal und damit den Ort Langeoog und die Trinkwasserversorgung der Insel zu sichern.

Das Material dafür wird mit Hilfe von Laderaumsaugbaggern vor dem Flinthörn an der Ostseite des Seegatts Accumer Ee entnommen. Der Sand wird aufgesaugt und über das Fahrwasser des Riffbogens zu einem Koppelpunkt nördlich des Pirolatals transportiert. Dort koppeln die Schiffe an eine Rohrleitung an und spülen den Sand über eine auf dem Meeresgrund liegende Rohrleitung auf den Strand. „Wir leiten den Sand quasi von einer gut versorgten Stelle zum Mangelbereich vor dem Priolatal um“, erläutert der Küstenschutzexperte Thorenz.

Saugbagger im Einsatz

„Die insgesamt etwa 1,5 Kilometer lange Rohrleitung, die vom Strand des Pirolatals zur Koppelstelle reicht, wurde in einer Länge von Sylt nach Langeoog mit Hilfe von zwei Schleppern transportiert und kürzlich am Meeresgrund vom Strand aus in Richtung Tiefwasser zum Koppelpunkt abgesenkt. Die Baugeräte auf der Insel stehen bereit, so dass der Spülbetrieb beginnen kann. Es werden mehrere Laderaumsaugbagger zum Einsatz kommen“, erläutert Projektleiter Theo van Hoorn. Vorteil dieses Verfahrens sei, dass keine lange Spülleitung vom Westen quer über den Strand gelegt werden muss, wie noch bei der letzten Aufspülung erforderlich.

Im Bereich der Spülarbeiten bittet der NLWKN aus Sicherheitsgründen, Abstand zu halten und diesen Strandabschnitt zu meiden.

Der Abschluss der Strandaufspülung ist für September vorgesehen, um rechtzeitig vor der Sturmflutsaison fertig zu sein.

Größte Strandaufspülung

„Das ist die größte Strandaufspülung als Küstenschutzmaßnahme auf den ostfriesischen Inseln in den vergangenen Jahren“, sagt Thorenz. Langeoog wird als einzige dieser Inseln seeseitig nur durch Dünen und nicht durch massive Befestigungen und Buhnen geschützt. Die Gesamtkosten von sechs Millionen Euro tragen Bund und Länder.

Die Dünen vor dem Pirolatal sind ein wichtiger Abschnitt der Küstenschutzanlagen auf Langeoog, die aus insgesamt 20 Kilometern Dünenkette und einer Deichstrecke von sechs Kilometern bestehen. Für den Küstenschutz ist das Land Niedersachsen zuständig.

Landesbetrieb informiert

Zur Information der Insulaner und der Inselgäste stellt der NLWKN große Informationstafeln auf. Zusätzlich wird eine Informationsbroschüre herausgegeben, die an verschiedenen Stellen und natürlich auch im Internet erhältlich ist.


Mehr Infos unter   www.nlwkn.niedersachsen.de 
Lars Laue
Korrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

Weitere Nachrichten:

NLWKN | Bund

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.