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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Wie die Milchwirtschaft zu retten ist

08.02.2019

Spohle Es sind alarmierende Zahlen: Existierten im Jahr 1950 noch gut 238 000 Milchkuhhalter in Niedersachsen, so waren es 2017 nach Angaben des hiesigen Landesamts für Statistik nur noch 9844 Betriebe – das entspricht einem Minus von fast 96 Prozent. „Dass die Landwirtschaft sich weiterentwickeln muss, ist mittlerweile breiter Konsens“, erklärt Ludwig Börger vom Deutschen Bauernverband daher am Donnerstagvormittag im Spohler Krug im Kreis Ammerland. Rund 260 Gäste im gut besuchten Saal vor ihm wollen in mehreren Fachvorträgen beim jährlichen Grünlandtag erfahren, wie sie den Wandel mitgestalten können.

Schon bei der Begrüßung hatte Manfred Gerken vom Ammerländer Landvolkverband einen ersten Überblick der Herausforderungen gegeben: Naturschutz, Tierwohl, Globalisierung, Bürokratie. Verbraucher würden immer emotionaler immer mehr fordern und der „Weltmarkt nach Deutschland rein rennen“. Das 2018 als Dürrejahr in Erinnerung bleiben wird, erleichtere die Situation vieler Landwirte ebenfalls nicht, vorsichtig ausgedrückt.

Aus diesem Grund wurde dieses Jahr auf eine Prämierung der besten Gras- und Maissilagen (Silofutter) verzichtet. Stattdessen erhielt Niklas Bruns vom Butendiek in Seefeld (Wesermarsch) den „Inno4Grass“-Preis. Der Betriebsleiter erklärte anschließend in einem bildstarken Vortrag, wie sein Biobetrieb möglichst nachhaltig arbeitet. Eine große Rolle spielt dabei Heu als Futtergrundlage mit einem hohen Veredelungsgrad durch Heumilch. Der Bau einer Heutrocknungsanlage in Kombination mit eigener Vermarktung sowie dem langfristig geplanten Einsatz regenerativer Energien loben die Juroren als innovatives Gesamtkonzept, das in der Praxis funktioniere.

Das ist auch für die Außendarstellung immer wichtiger, wird im Vortrag von Ludwig Börger klar. Nachhaltigkeit und Tierwohl seien immer mehr in den Fokus der Gesellschaft gerückt. Daher seien sowohl enge Diskussionen mit Händlern, aber auch positives Marketing wichtig.

Eine große Chance für die deutsche Milchwirtschaft sieht Mathias Klasen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen im asiatischen Markt – vor allem das importstarke China birgt demnach Potenziale. Aktuell werde die Stimmung hierzulande allerdings durch den bevorstehenden Brexit und das exportstarke Neuseeland gedrückt. Ein Anstieg des Milchpreises sei aufgrund gestiegener Exportkosten bitter nötig.

Nur: was machen manche Betriebe besser als die weniger erfolgreichen? Anna-Lena Niehoff, Wirtschaftsberaterin bei der Landwirtschaftskammer, präsentiert verschiedene Stellschrauben, an denen Landwirte drehen können.

Sie ermutigt die Gäste beispielsweise, Betriebszweigauswertungen zu machen, um auf diese Weise die Produktionskosten gut einschätzen zu können – und damit auch die eigenen Stärken und Schwächen. „Werden Sie sensibler für die eigenen Zahlen, so können Prozesse am besten optimiert werden“, empfiehlt sie. Zum Abschluss gibt die studierte Agrarwissenschaftlerin den Anwesenden noch eine Hausaufgabe mit auf den Weg: „Fragen Sie sich, was Sie bei sich direkt ändern können. Es reicht nicht nur, sich etwas vorzunehmen, man muss es auch durchziehen.“

Christian Ahlers Redakteur / Online-Redaktion
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