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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Warum das Stolberg-Haus jetzt eine Notunterkunft ist

27.04.2017

Spiekeroog Der Wohnungsnotstand hat Spiekeroogs Bürgermeister Matthias Piszczan (CDU) jetzt dazu bewegt, einen ungewöhnlichen Weg zu gehen, um drei Spiekeroogern die Obdachlosigkeit oder das tägliche Pendeln zu ihrer Arbeit vom Festland auf die Insel zu ersparen.

Die Gemeinde hat drei Appartements im seit Februar 2011 leerstehenden Künstlerhaus am Rande des Inseldorfes beschlagnahmt und den Angestellten in der Gastronomie zugewiesen.

„Wir haben alles versucht, es ging nicht anders“, versicherte der Bürgermeister. Es handele sich um Insulaner, die im selben Gastronomie-Betrieb tätig sind. Alle drei hätten seit Jahren ihren Erstwohnsitz auf der Insel gemeldet. „Sie hatten einen zeitlich befristeten Mietvertrag.“ Der lief nun aus. Trotz akuter Bemühungen konnte keine Alternative gefunden werden. Dauerwohnraum sei sehr knapp, so Piszczan. Die Mehrzahl der Wohnungen wird als Ferienwohnungen genutzt.

Kaum nachvollziehbar, dass in solch einer Situation ein Objekt wie das Künstlerhaus mit seinen neun Zwei- beziehungsweise Einzimmerappartements bereits seit Februar 2011 gänzlich unbewohnt ist. 2008 hatte es der Bremer Ex-Reeder Niels Stolberg erbaut. Nach mehreren Versuchen hatten sich erst im Herbst 2016 bei einer Zwangsversteigerung neue Investoren gefunden.

Denen wurden die neuen Mieter jetzt – in Absprache, so betonte der Bürgermeister – für einen Zeitraum von sechs Monaten zwangszugewiesen. Miteigentümer Johannes Beekmann wollte sich dazu nicht äußern. Eine Nachnutzung der Immobilie sei derzeit aber dadurch nicht beeinträchtigt: „Wir sind noch in der Findungsphase.“

Die Gemeinde berief sich für die Beschlagnahmung auf das Gefahrenabwehrrecht des Niedersächsischen Gesetzes für Sicherheit und Ordnung. Ein eigenes Bauvorhaben der Gemeinde von 16 Wohnungen liegt auf Eis, da Anwohner klagen.

Der Landkreis Wittmund habe seine Zustimmung signalisiert, teilte Dirk Gronewold aus dem Bauamt mit. Aber: „Die Bauleitplanung muss angepasst werden.“ Denn eigentlich befindet sich das Künstlerhaus in einem Sondergebiet. Die Vermietung ist daher nicht zulässig – weder dauerhaft noch als Ferienwohnung.

Die Änderung des Bebauungsplanes sei nicht so einfach, gab Piszczan zu bedenken. Stolberg hatte ein Normenkontrollverfahren angestoßen, was derzeit ruhe. „Es ist im Schwebeverfahren.“ Rat, Verwaltung, Landkreis und neue Eigentümer stünden in regem Austausch. „Wir wollen gemeinsam eine vernünftige Lösung finden.“

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