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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Stolberg-Verfahren möglicherweise vor dem Ende

20.07.2017

Bremen /Oldenburg Seit Januar vergangenen Jahres wird vor dem Bremer Landgericht über den Zusammenbruch der Beluga-Reederei verhandelt – jetzt könnte es zu einem schnellen Ende kommen. Wichtige Hinweise dazu erhoffen sich die Verfahrensbeteiligten von den Richtern und Beisitzern der Großen Wirtschaftsstrafkammer, die an diesem Donnerstag über das Ergebnis einer Zwischenberatung informieren will.

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Erwartet wird, dass das Gericht in der für 9.30 Uhr angesetzten Verhandlung auch Aussagen über das mögliche Strafmaß für den inzwischen in Oldenburg lebenden früheren Reedereichef Niels Stolberg und drei mitangeklagte ehemalige Beluga-Manager machen wird. Von dieser Einschätzung des Gerichts wird es abhängen, ob sich Anklage, Verteidigung und Gericht auf eine Verkürzung des Verfahrens verständigen können.

Staatsanwaltschaft und Verteidiger hatten den Verfahrensstand aus ihrer Sicht bereits bewertet. Dabei waren erhebliche Differenzen deutlich geworden. Die Anklage stellte Stolberg als einen skrupellosen Betrüger dar, der seine Geschäftspartner arglistig hintergangen habe und deshalb zu mindestens vier bis fünf Jahren Gefängnis verurteilt werden müsse.

Dies wiesen die Verteidiger zurück. Die Staatsanwaltschaft habe ein Zerrbild ihres Mandanten gezeichnet, der sich durch eingestandene Rechtsverletzung niemals selbst bereichert, sondern sogar sein ganzes Privatvermögen eingesetzt habe, um sein Unternehmen zu retten. Der inzwischen schwer an Krebs erkrankte Stolberg habe alles verloren – auch seine Gesundheit. Deshalb sei er mit weniger als zwei Jahren Haft zur Bewährung ausreichend bestraft.

Die Beluga-Reederei war mit 72 Schiffen als Weltmarktführer im Schwerlasttransport 2010 in eine finanzielle Schieflage geraten. Der amerikanische Investmentfonds Oaktree hatte sich dann mit 165 Millionen Euro an der angeschlagenen Reederei beteiligt. Im Frühjahr 2011 warfen die Geldgeber Stolberg Betrug und Untreue vor und meldeten Insolvenz an.

Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055

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