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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Ein Technik-Wunder für 20 Millionen Euro

10.12.2015

Huntebrück Alles hört auf sein Kommando. Mit einem Mausklick setzt Ralf Decker die 1800 Tonnen schwere Brückenklappe in Bewegung. Fast lautlos reckt sich der Koloss in die Höhe. Grad für Grad. Unten, vor dem Brückenwärterhäuschen, stehen ein paar Radfahrer. Manche haben das Handy gezückt und machen Bilder. Sie staunen, wie sich die neue Huntebrücke in Elsfleth, Deutschlands größte einflügelige Klappbrücke, in den Himmel streckt. „Technik, die begeistert“, sagt Detlef Büsing und grinst.

Büsing und Decker sind zwei von acht Brückenwärter-Schülern. Bevor die Brücke an diesem Donnerstag offiziell in Betrieb genommen wird, müssen die Mitarbeiter der Braker Straßenmeisterei in luftiger Höhe noch die Schulbank drücken. Zwei Stunden vor Sonnenaufgang und bis zwei Stunden nach Sonnenuntergang sorgen Ralf Decker und seine Kollegen künftig dafür, dass dicke Pötte auf der Hunte passieren können. Öffnen, schließen, Schranken auf und zu – rund acht bis zwölf Minuten – je nachdem, wie weit die Brücke geöffnet werden muss – haben Autofahrer in Zukunft Zeit, dem Wunderwerk der Technik bei der Arbeit zuzusehen. „Das ist nicht länger, als die alte Brücke gebraucht hat“, sagt Gerd Oltmanns, Diplom-Ingenieur und Projektleiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Oldenburg.

Viel wichtiger als die Dauer des Öffnungs- und Schließvorgangs ist aber die Tatsache, dass die neue Brücke in geschlossenem Zustand rund zwei Meter höher ist als die alte Hubbrücke. Die meisten Schiffe, die derzeit noch eine Brückenhebung erforderlich machen, können ab jetzt ohne Behinderung des Straßenverkehrs passieren.

Vergangenen Donnerstag ist die Brücke technisch abgenommen worden. Zu beanstanden gab es nichts von Bedeutung. Auch der erste Teilabschnitt der zukünftigen Ortsumgehung Berne hat bestanden. Rund 45 Millionen Euro sind hier auf 1,5 Kilometern Länge für Straßen und Brücken verbaut worden. „Kleinere Restarbeiten müssen wir noch erledigen“, sagt Oltmanns. Bis zur Einweihung am Donnerstag mit Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) und Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) muss quasi nur noch einmal durchgefegt werden. Die Entlastung für Berne wird danach in zwei Stufen folgen: 2016 wird die neue B 212 an die B74 nordöstlich Berne angebunden sein, und 2018 erfolgt der Anschluss an die L 875 bei Harmenhausen; dann ist die Ortsumgehung Berne (10 Kilometer Länge, neun Brücken, Kosten: etwa 100 Millionen Euro) fertig.

Viereinhalb Jahre haben Brücken- und Straßenbau für das erste Teilstück gedauert. Ein halbes Jahr lang wird Oltmanns noch damit beschäftigt sein, die Rechnungen zu bearbeiten. Auf das, was hier entstanden ist, ist Oltmanns stolz. 250 Kilowatt leisten die Motoren, die die Brücke bis zu 63 Grad in die Höhe bewegen. Das ist die Leistung eines Sportwagens. Rund 20 Millionen Euro hat die neue Attraktion der Region gekostet.

Tobias Schwerdtfeger
Leitung
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2050

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