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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Toter Zwergwal in Blexen entdeckt

29.12.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-12-30T09:24:52Z 280 158

Seltener Fund:
Toter Zwergwal in Blexen entdeckt

Nordenham Ein Zwergwal ist vor­übergehend zu einer Attraktion in Blexen geworden, die der Stadt Nordenham aber ein Entsorgungsproblem beschert hat. Sie muss den Kadaver des 7,20 Meter langen toten Säugetieres bergen und entsorgen. Der verendete Zwergwal war mit der Sturmflut in der Nacht zum Dienstag am Weserufer in Höhe des Blexer Flugplatzes an Land gespült worden.

Spaziergänger hatten am Dienstag den Zwergwal im Schilf, nur 20 Meter vom beliebten Außendeichsweg entfernt, entdeckt und die Polizei verständigt. Bei der Klärung der Zuständigkeiten wurden auch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Wesermarsch, die Verwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), das Veterinäramt Jade/Weser und die Stadt Nordenham eingeschaltet.

Am Mittwochmittag nahmen Vertreter der Nationalparkverwaltung, des Veterinäramtes und der Stadtverwaltung den bereits von vielen Schaulustigen bestaunten Kadaver in Augenschein. Der Zwergwal, der keine äußerlichen Verletzungen ausweist, müsse bereits vor einigen Wochen aus bislang unbekannten Gründen verendet sein, so die Erkenntnis der Experten.

Da der Kadaver schon ausgegast sei, gehe vom dem Wal keine Explosionsgefahr aus, dennoch müsse er geborgen und entsorgt werden, stellte Arndt Meyer-Vosgerau, Naturschutz-Dezernent der Nationalparkverwaltung, fest. Er begründete dies mit dem internationalen Artenschutz, der auch für tote Tiere gelte. Der Kadaver eines Wales könnte Skelett- und andere Trophäenjäger anlocken. Zudem dürfe ein großes verendetes Tiere so nahe an einem viel genutzten Spazierweg nicht sich selbst überlassen werden.

Ob noch eine Probe von dem toten Zwergwal genommen wird, um die Todesursache zu ermitteln und andere wissenschaftliche Hinwiese zu bekommen, stand am Mittwoch noch nicht fest. Weil der Kadaver schnell entsorgt werden soll und zwischen den Feiertagen nicht alle Institutionen die personellen Kapazitäten hätten, dürfte darauf wohl verzichtet werden müssen.

Da der Zwergwal an Land gespült wurde und auf einer Fläche über dem Mittleren Hochwasser liegt, ist für die Bergung und den Abtransport in eine Tierkörperbeseitigungseinrichtung die Stadt Nordenham zuständig. Das erfreute Frank Goldau vom Ordnungsamt der Stadtverwaltung nicht, zumal die Stadt mit solch einer Aktion Neuland betrete.

Gemeinsam mit Bernd Bunjes, stellvertretender Leiter des Baubetriebsamtes, der ebenfalls vor Ort war, wollte Frank Goldau noch am Mittwoch alles Notwendige in die Wege leiten, damit der Walkadaver an diesem Donnerstag entsorgt werden kann. Weil der wohl über zwei Tonnen wiegt, ist dafür schweres Gerät erforderlich.

Zwerg- oder auch Minkwale sind die kleinsten Vertreter der großen Wale, können aber bis knapp zehn Meter lang werden. Sie gehören zur Familie der Bartenwale, sind weltweit verbreitet und leben circa 40 Jahre. Dass tote Zwergwale an der deutsche Küste stranden, kommt nur sehr selten vor. Zuletzt wurde 2012 auf Sylt ein verendeter Zwergwal gefunden.