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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Müde, aber mit passender Mütze in „Santa’s Village“

24.06.2019

Unterwegs Lasst alle Hoffnung fahren! Es ist vergebens! Das ruft der kleine skandinavische Troll mittlerweile, wenn ich ein Hinweisschild „Achtung! Elche!“ sehe. Tausende Kilometer sind Steffi und ich mittlerweile durch Skandinavien gefahren und ich habe nur kurz eine Elchkuh in freier Wildbahn und drei Tiere in Gefangenschaft erlebt. Meine letzte große Hoffnung liegt auf Finnland, doch bisher: Noch nicht einmal der Anflug eines Elches!

Aber auch darüber hinaus stellt Finnland uns auf eine harte Geduldsprobe. Man merkt, dass es sich um die Alternative zur „richtigen“ Route durch Russland handelt. Die Aufgaben und Tagesbeschreibungen sind kürzer als im Teil bis zum Nordkap. Entweder hat der Rallye-Veranstalter hier weniger Mühe investiert – oder aber es gibt einfach nicht so viel. Wir glauben mittlerweile, dass Letzteres der Fall ist. Die Straßen sind gerade und langweilig, die Landschaft wenig abwechslungsreich. Wir sind dazu übergegangen, uns stündlich als Fahrer abzuwechseln und nehmen nun häufiger auch unbefestigte Straßen, um ein bisschen Abwechslung in die Fahrt zu bringen.

Erschwerend kommt hinzu, dass wir nun schon seit Tagen keine Dunkelheit mehr hatten und in einer anderen Zeitzone sind. All das macht vor allem: müde.

Vielleicht waren wir deswegen auch deutlich von weihnachtlichen Gefühlen entfernt, als wir am Polarkreis „Santa’s Village“, also das Dorf des Weihnachtsmannes, besucht haben. Oder es liegt daran, dass es Juni ist und es beim Besuch vor allem geschüttet hat. Unsere Tagesaufgabe, unsere Birdbox (der T4) weihnachtlich zu schmücken und damit den Polarkreis Richtung Süden zu überqueren, haben wir dennoch erledigt. Es steht ja nirgendwo geschrieben, dass wir das begeistert tun müssen.

Das Team „Das Provisorium“, dessen Auspuff am Samstag abgefallen war, hat Finnland übrigens mittlerweile Richtung Russland verlassen. Mit dem Ammerländer Racing Team bleiben wir locker in Kontakt, fahren aber aktuell keine Kolonne. Unsere Aufstehzeiten sind einfach zu unterschiedlich. Die Nacht auf dem Campingplatz zusammen mit den Ammerländern und dem Provisorium war dennoch lustig und hat zu zwei Erkenntnissen geführt: Finnen mögen Karaoke offenbar so sehr, dass man es sogar in der Kneipe eines Campingplatzes singen kann – und: Ich bin unfähig, Bierdosen zu halten. Gleich zwei davon sind mir auf den Boden gefallen, eine ist sofort geplatzt, die andere konnte ich immerhin noch retten.

Das Wetter zeigte sich derweil auch am zweiten Finnlandtag nicht von seiner besten Seite. Es regnete bis zum Vormittag fast dauerhaft, später und weiter südlich blieb es zum Glück bei Schauern. Aber der Himmel ist weiterhin bedeckt, so dass sich dieser Teil Skandinaviens bislang nicht in voller Schönheit präsentieren kann. Hoffentlich ändert sich dies noch. Auch sprechen die Finnen, die wir bisher getroffen haben, meist deutlich schlechter Englisch als die Norweger oder Schweden. Was wiederum die Erfüllung von Aufgaben nicht leichter macht. Aber zur Not haben wir ja noch unser Zeigewörterbuch. Sonderlich häufig angehalten sind wir an den vergangenen beiden Tagen tatsächlich nicht. Dafür fehlte der Anreiz.

Am Sonntagabend wollen wir die Insel Hailuoto vor Oulo, unserem Tagesziel, in dem wir uns aktuell befinden, ansteuern. Übernachten in der Wildnis und direkt am Bottnischen Meerbusen. Das ist zumindest der Plan, das Wetter bleibt eine Unsicherheit.

Einen Vorteil haben die beiden Tage Regen aber: Wir wissen jetzt sehr gut, wie wir unsere Klamotten und Schuhe während der Fahrt trocknen können. Schuhe kommen an eine bestimmte Stelle in den Fußraum, und Kleidung wird zwischen Windschutzscheibe und Armaturenbrett geklemmt – und dann wird die Lüftung auf volle Stärke gedreht und die Heizung angemacht. Das funktioniert ganz gut, vor allem, da unsere Lüftung eh nur auf der höchsten Stufe merklich funktioniert, und da unsere Heizung eigentlich auch nur aus oder warm kann. Auf den fast 500 Kilometern zwischen Ivalo und Oulu kann man so drei Paar Schuhe und zwei Hosen bequem trocknen. Auf weiteren Regen können wir trotz dieser Erkenntnis ab jetzt aber gerne verzichten.

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Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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